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In dieser Rubrik finden Sie die 114 Verse des frühen apokryphen Thomas Evangeliums, das 1945 in Nag Hammadi (Oberägypten)
gefunden wurde und die 12 Schriftrollen der Essener, die zur Zeit Jesu am Toten Meer lebten. Die Schriftrollen 8 –
12 sind bis heute nicht veröffentlicht. Der geneigte Leser möge die Informationen richtig einordnen. Sie sind
in meinem Auftrag aus dem Spanischen übersetzt worden. Der Aufsatz über die Lehren des Origines befasst sich
mit den Konzilbeschlüssen von 553 in Konstantinopel und der Reinkarnation (Wiedergeburt).
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Das Thomas Evangelium
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Dies sind die geheimen Worte, die der lebendige Jesus sagte; Didymos Judas Thomas hat sie aufgeschrieben.
(1): Und er sagte: "Wer die Erklärung dieser Worte findet, wird den Tod nicht schmecken."
(2): Jesus sagte: " Der Suchende soll nicht aufhören zu suchen, bis er findet. Und wenn er findet, wird er in Erschütterung geraten; und (wenn) er erschüttert ist, wird er in Verwunderung geraten, und er wird König über das All werden."
(3): Jesus sagte: "Wenn jene, die euch (ver)führen, zu euch sagen: ,Siehe, das Königreich ist im Himmel`, (so) werden euch die Vögel des Himmels zuvorkommen.
Sagen sie zu euch: ,Es ist im Meer`, (so) werden euch die Fische zuvorkommen. Aber das Königreich ist innerhalb von euch und außerhalb von euch. Wenn ihr euch erkennt, dann werdet ihr erkannt werden; und ihr werdet wissen, daß ihr die Söhne des lebendigen Vaters seid. Wenn ihr euch aber nicht erkennt, seid ihr in Armut, und ihr seid die Armut."
(4): Jesus sagte: "Der in seinen Tagen alte Mann wird nicht zögern, ein kleines Kind (im Alter) von sieben Tagen nach dem Ort des Lebens zu fragen, und er wird leben, denn viele Erste werden Letzte sein und sie werden ein Einziger werden."
(5): Jesus sagte: "Erkenne, was vor deinem Angesicht ist, das, was dir verborgen ist. Es wird sich dir offenbaren, denn es gibt nichts Verborgenes, das nicht geoffenbart wird."
(6): Seine Schüler fragten ihn; sie sagten zu ihm: "Willst du, daß wir fasten? Und auf welche Weise sollen wir beten? Almosen geben? Und welche Speise sollen wir beachten?" Jesus sagte: "Lügt nicht! Und das, was ihr haßt, tut nicht. Denn enthüllt ist alles vor dem Himmel. Denn es gibt nichts Verborgenes, das nicht offenbar werden wird, und es gibt nichts Verdecktes, das ohne Enthüllung bleiben wird."
(7): Jesus sagte: "Selig ist der Löwe, dieser, den der Mensch fressen wird. Und der Löwe wird Mensch (werden). Und verabscheuungswürdig ist der Mensch, dieser, den der Löwe fressen wird. Und der Löwe wird Mensch werden."
(8): Und er sagte: "Der Mensch gleicht einem einsichtigen Fischer, diesem, der sein Netz ins Meer warf; er zog es heraus aus dem Meer, als es voll war von kleinen Fischen. In ihrer Mitte fand der einsichtige Fischer einen großen Fisch, einen guten. Er warf alle kleinen Fische weg hinunter in das Meer wählte den großen Fisch ohne Zögern. Wer Ohren hat zu hören, möge hören!"
(9): Jesus sagte: "Siehe, es kam heraus der Sämann, er füllte seine Hand, er warf, einige fielen auf den Weg; es kamen die Vögel, pickten sie auf. Andere fielen auf den Felsen und sandten keine Wurzeln hinunter in die Erde und trieben keine Ähren in den Himmel. Und andere fielen auf die Dornen; sie erstickten den Samen und der Wurm fraß sie. Und andere fielen auf gute Erde. Sie brachte gute Frucht hervor. Sie kam auf 60 je Maß und 120 je Maß."
(10): Es sagte Jesus: "Ich habe Feuer auf die Welt geworfen und siehe, ich hüte es, bis sie lodert."
(11): Jesus sagte: "Dieser Himmel wird vergehen und der über ihm wird vergehen. Die Toten leben nicht und die Lebenden werden nicht sterbe. In den Tagen, (da) ihr Totes aßet, machtet ihr es lebendig. Wenn ihr im Licht seid, was werdet ihr tun? An dem Tag, als ihr eins wart, wurdet ihr zwei. Wenn ihr aber zwei geworden seid, was werdet ihr (dann) tun?"
(12): Die Schüler sagten zu Jesus: "Wir wissen, daß du von uns gehen wirst. Wer ist es, der (dann) über uns groß sein wird?" Jesus sagte zu ihnen: "An dem Ort, an den ihr gekommen seid, werdet ihr zu Jakobus, dem Gerechten gehen, dessentwegen der Himmel und die Erde entstanden sind."
(13): Jesus sagte zu seinen Jüngern: "Vergleicht mich, sagt mir, wem ich gleiche." Simon Petrus sagte zu ihm: "Du gleichst einem gerechten Engel." Matthäus sagte zu ihm: " Du gleichst einem Menschen, einem verständigen Philosophen." Thomas sagte zu ihm: "Meister, auf keinen Fall wird es mein Mund ertragen, daß ich sage, wem du gleichst!" Jesus sagte: "Ich bin nicht dein Meister, da du getrunken hast, trunken geworden bist von der sprudelnden Quelle, die ich gemessen habe." Und er nahm ihn, er zog sich zurück sagte ihm drei Worte. Als Thomas aber zu seinen Gefährten kam, fragten sie ihn: "Was hat Jesus dir gesagt?" Es sagte Thomas zu ihnen: "Wenn ich euch eines von den Worten sage, die er mir gesagt hat, werdet ihr Steine aufheben und nach mir werfen; und Feuer wird aus den Steinen kommen und euch verbrennen."
(14): Es sagte Jesus zu ihnen: "Wenn ihr fastet, werdet ihr euch Sünde schaffen. Wenn ihr betet, werdet ihr verurteilt werden. Und wenn ihr Almosen gebt, werdet ihr eurem Geiste etwas Schlechtes tun. Und wenn ihr in irgendein Land geht und in den Gegenden wandelt, wenn man euch aufnimmt, so eßt, was man euch vorsetzten wird; die Kranken unter ihnen, heilt sie. Denn was in euren Mund eingehen wird, wird euch nicht verunreinigen. Aber was aus eurem Mund herauskommt, das ist es, was euch verunreinigen wird."
(15): Jesus sagte: "Wenn ihr den seht, der nicht von einer Frau geboren ist, werft euch auf euer Antlitz nieder, betet ihn an. Jener ist euer Vater."
(16): Jesus sagte: "Vielleicht denken die Menschen, daß ich gekommen bin, um Frieden auf die Welt zu werfen, und sie wissen nicht, daß ich gekommen bin, um Spaltungen auf die Erde zu werfen, Feuer, Schwert, Krieg. Es werden nämlich fünf in einem Hause sein. Drei werden gegen zwei und zwei gegen drei sein, der Vater gegen den Sohn und der Sohn gegen den Vater. Und sie werden als Einzelne dastehen."
(17): Jesus sagte: "Ich werde euch geben, was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und was keine Hand berührt hat und was in keines Menschen Sinn gekommen ist."
(18): Die Schüler sagten zu Jesus: "Sage uns, in welcher Weise unser Ende sein wird!" Jesus sagte: "Habt ihr denn schon den Anfang entdeckt, daß ihr nach dem Ende fragt? An dem Ort, wo der Anfang ist, dort wird das Ende sein. Selig ist, wer am Anfang stehen wird. Und er wird das Ende erkennen und den Tod nicht kosten."
(19): Jesus sagte: "Selig ist der, der war, bevor er wurde. Wenn ihr mir Schüler werdet und meine Worte hört, werden euch diese Steine dienen. Denn ihr habt fünf Bäume im Paradies, die sich im Sommer im Winter nicht bewegen und deren Blätter niemals abfallen. Wer sie kennen wird, wird den Tod nicht schmecken."
(20): Die Schüler sagten zu Jesus: "Sag uns -- das Königreich der Himmel, wem gleicht es?" Er sagte zu ihnen: "Es gleicht einem Senfkorn. Es ist kleiner als alle Samen. Wenn es aber auf die Erde fällt, die man bearbeitet, treibt es einen großen Sproß und wird den Vögeln des Himmels zum Schutz sein."
(21): Mariham sagte zu Jesus: "Deine Schüler, wem gleichen sie?" Er sagte: "Sie gleichen kleinen Kindern, die sich auf einem Feld nieder gelassen haben, das ihnen nicht gehört. Wenn die Herren des Feldes kommen, werden sie sagen: 'Überlaßt uns unser Feld!' Sie sind nackt vor ihnen (oder: ziehen sich aus vor ihnen), damit sie es ihnen überlassen und ihnen ihr Feld geben. Deswegen sage ich: Wenn der Hausherr weiß, daß der Dieb kommen wird, wird er wachen, bevor er kommt, er wird ihn nicht einbrechen lassen in sein Haus seines Königreiches, damit er seine Sachen wegtrage. Ihr aber, wacht angesichts der Welt, gürtet eure Lende mit großer Kraft, damit die Räuber keinen Weg finden, zu euch zu kommen! Denn der Nutzen, nach dem ihr Ausschau haltet, wird gefunden werden. Möge unter euch ein verständiger Mensch sein! Als die Frucht reifte, kam er eilends mit seiner Sichel in seiner Hand, er schnitt sie ab. Wer Ohren hat zu hören, möge hören."
(22): Jesus sah kleine Kinder, die gesäugt wurden. Er sagte zu seinen Schülern: "Diese kleinen Kinder, die gesäugt werden, gleichen denen, die in das Königreich eingehen." Sie sagten zu ihm: "Werden wir, indem wir klein sind, in das Königreich eingehen?" Jesus sagte zu ihnen: "Wenn ihr die Zwei (zu) Einem macht und wenn ihr das Innere wie das Äußere macht und das Äußere wie das Innere und das Obere wie das Untere und wenn ihr das Männliche und das Weibliche zu einem einzigen macht, damit das Männliche nicht männlich ist, das Weibliche (nicht) weiblich ist, wenn ihr Augen macht statt eines Auges und eine Hand statt einer Hand und einen Fuß statt eines Fußes, ein Bild statt eines Bildes, dann werdet ihr [in das Königreich] eingehen."
(23): Jesus sagte: "Ich werde euch auswählen, einen unter tausend und zwei unter zehntausend; und sie werden als ein einziger dastehen."
(24): Seine Schüler sagten: "Zeige uns den Ort, an dem du bist, denn es für uns eine Notwendigkeit, nach ihm zu suchen." Er sagte zu ihnen: "Wer Ohren hat, möge hören. Es ist Licht im Inneren eines Lichtmenschen, und er erleuchtet die ganze Welt. Wenn er nicht leuchtet, ist Finsternis."
(25): Jesus sagte: "Liebe deinen Bruder wie deine Seele, hüte ihn wie deinen Augapfel."
(26): Jesus sagte: "Den Splitter im Auge deines Bruders siehst du, den Balken in deinem Auge aber siehst du nicht. Wenn du den Balken aus deinem Auge herausziehst, dann wirst du (genug) sehen, um (auch) den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen."
(27): (Jesus sagte): "Wenn ihr nicht fastet angesichts der Welt, werdet ihr das Königreich nicht finden. Wenn ihr den Sabbat nicht als Sabbat begeht, werdet ihr den Vater nicht sehen."
(28): Jesus sagte: "Ich stand in der Mitte der Welt, und ich erschien ihnen im Fleisch. Ich fand sie alle trunken, ich fand nicht einen unter ihnen, der durstig war. Und meine Seele litt Schmerz über die Söhne der Menschen; denn sie sind blind in ihrem Herzen, und sie sehen nicht, daß sie leer in die Welt gekommen sind und wiederum leer aus der Welt zu kommen trachten. Nun zwar sind sie betrunken. Wenn sie ihren Wein abgeschüttelt haben, dann werden sie umkehren."
(29): Jesus sagte: "Wenn das Fleisch wegen des Geistes entstanden ist, ist es ein Wunder. Wenn aber der Geist wegen des Körpers entstanden ist, ist es ein Wunder der Wunder. Aber ich wundere mich darüber, wie dieser große Reichtum in dieser Armut Wohnung genommen hat."
(30): Jesus sagte: "Wo drei Götter sind, sind sie Götter; wo zwei oder einer sind, -- ich bin mit ihm."
(31): Jesus sagte: "Kein Prophet ist willkommen angenommen in seinem Dorf. Kein Arzt heilt die, die ihn kennen."
(32): Jesus sagte: "Eine Stadt, die man auf einem hohen Berg erbaut, wobei sie befestigt ist, kann nicht fallen noch wird sie verborgen sein können."
(33): Jesus sagte: "Das, was du mit deinem Ohr mit dem anderen Ohr hören wirst, verkündige auf euren Dächern. Denn niemand zündet eine Lampe an und stellt sie unter den Scheffel noch stellt er sie an einen verborgenen Ort, sondern er setzt sie auf den Leuchter, damit alle, die hereinkommen und die hinausgehen, ihr Licht sehen."
(34): Jesus sagte: "Wenn ein Blinder einen Blinden führt, fallen sie beide hinunter in eine Grube."
(35): Jesus sagte: "Es ist unmöglich, daß jemand in das Haus des Starken hineingeht und es gewaltsam in Besitz nimmt, es sei denn, er binde seine Hände. Dann wird er sein Haus umdrehen."
(36): Jesus sagte: "Sorgt euch nicht vom Morgen bis zum Abend und vom Abend bis zum Morgen, was ihr anziehen werdet!"
(37): Seine Schüler sagten: "An welchem Tag wirst du uns offenbaren und an welchem Tag werden wird dich sehen?" Jesus sagte: "Wenn ihr eure Scham ablegt und eure Kleider nehmt, sie unter eure Füße legt, wie die kleinen Kinder, sie zertretet, dann [werdet] ihr den Sohn des Lebendigen [sehen], und ihr werdet euch nicht fürchten."
(38): Jesus sagte: "Oftmals habt ihr gewünscht, diese Worte zu hören, diese, die ich euch sage, und ihr habt (5) niemanden sonst, um sie von ihm zu hören. Es werden Tage kommen, wo ihr mich suchen und nicht finden werdet."
(39): Jesus sagte: "Die Pharisäer und die Schriftgelehrten haben die Schlüssel der Erkenntnis empfangen; sie versteckten sie. Sie sind selbst nicht hineingegangen, und die hineingehen wollten, ließen sie nicht. Ihr aber, werdet klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben."
(40): Jesus sagte: "Ein Weinstock ist außerhalb des Vaters gepflanzt worden; und da er ohne Kraft ist, wird er samt seiner Wurzel ausgerissen werden und zugrunde gehen."
(41): Jesus sagte: "Wer in seiner Hand hat, dem wird gegeben werden; wer nicht hat, dem wird auch das Wenige, das er hat, weggenommen werden."
(42): Jesus sagte: "Werdet Vorübergehende!"
(43): Seine Schüler sagten zu ihm: "Wer bist du, der du uns dies sagst?" Jesus: "Durch das, was ich euch sage, versteht ihr nicht, wer ich bin. Vielmehr seid ihr aber den Juden gleich geworden, denn sie lieben den Baum, sie hassen seine Frucht, oder sie lieben die Frucht, sie hassen den Baum."
(44): Jesus sagte: "Wer den Vater lästern wird, dem wird man vergeben; wer den Sohn lästern wird, dem wird man vergeben; wer aber den Heiligen Geist lästern wird, dem wird man nicht vergeben, weder auf der Erde noch im Himmel."
(45): Es sagte Jesus: "Man erntet nicht Trauben von Dornensträuchern, noch pflückt man Feigen von Kameldisteln; denn sie geben keine Frucht. Guter Mensch bringt hervor Gutes aus seinem Schatze; ein schlechter Mensch bringt Schlechtes aus seinem schlechten Schatz hervor, der in seinem Herzen ist, und sagt Schlechtes. Denn aus dem Überfluß des Herzens bringt er Schlechtes hervor."
(46): Es sagte Jesus: "Von Adam bis Johannes dem Täufer gibt es unter den von Frauen Geborenen keinen Höheren als Johannes den Täufer; denn seine Augen werden nicht brechen. Ich aber habe gesagt: 'Wer unter euch klein sein wird, der wird das Königreich erkennen und wird größer sein als Johannes' ".
(47): Jesus sagte: "Es ist unmöglich, daß ein Mensch zwei Pferde besteigt oder zwei Bögen spannt; und es ist unmöglich, daß ein Diener zwei Herren dient oder er wird den einen ehren und den anderen schlecht behandeln. Niemand trinkt alten Wein und begehrt sofort, neuen Wein zu trinken; und man gießt nicht neuen Wein in alte Schläuche, damit sie nicht zerreißen; und man gießt nicht alten Wein in einen neuen Schlauch, damit er ihn nicht verdirbt. Man näht nicht einen alten Lappen auf ein neues Kleid, weil ein Riß entstehen würde; denn es würde reißen."
(48): Jesus sagte: "Wenn zwei miteinander Frieden schließen im gleichen Haus, werden sie zum Berg sagen: ,Hebe dich hinweg!` Und er wird sich hinwegbewegen."
(49): Jesus sagte: "Selig sind die Einzelnen und Auserwählten, denn ihr werdet das Königreich finden; denn ihr stammt aus ihm und aufs Neue werdet ihr dorthin gehen."
(50): Jesus sagte: "Wenn man zu euch sagt: 'Woher seid ihr gekommen?', sagt zu ihnen: 'Wir sind aus dem Licht gekommen, dem Ort, wo das Licht durch sich selbst geworden ist. Es war selbst, und es erschien in seinem Bild. Wenn man zu euch sagt: 'Wer seid ihr?', sagt: 'Wir sind seine Söhne und wir sind die Auserwählten des lebendigen Vaters'. Wenn man euch fragt: 'Was ist das Zeichen eures Vater in euch?', sagt zu ihnen: 'Bewegung ist es und Ruhe'."
(51): Seine Schüler sagten zu ihm: "An welchem Tag wird die Ruhe der Toten eintreten? Und an welchem Tag wird die neue Welt kommen?" Er sagte zu ihnen: "Jene, nach der ihr Ausschau haltet, ist gekommen, aber ihr erkennt sie nicht."
(52): Seine Schüler sagten zu ihm: "Vierundzwanzig Propheten haben in Israel gesprochen, und alle haben gesprochen von dir." Er sagte zu ihnen: "Ihr habt den, der in eurer Gegenwart lebt gelassen, und ihr habt von den Toten gesprochen."
(53): Seine Schüler sagten zu ihm: "Nützt die Beschneidung oder nicht?" Er sagte zu ihnen: "Wenn sie nützlich wäre, würde ihr Vater sie aus ihrer Mutter beschnitten zeugen. Aber die wahre Beschneidung im Geiste hat vollen Nutzen gefunden."
(54): Jesus sagte: "Selig sind die Armen, denn euer ist das Königreich der Himmel."
(55): (25) Jesus sagte: "Wer nicht seinen Vater haßt und seine Mutter, wird mir nicht Schüler sein können. Und (wer) seine Brüder (nicht) haßt und seine Schwestern (und nicht) sein Kreuz trägt wie ich, wird meiner nicht würdig sein."
(56): Jesus sagte: "Wer die Welt erkannt hat, hat einen Leichnam gefunden. Und wer einen Leichnam gefunden hat, dessen ist die Welt nicht würdig."
(57): Jesus sagte: "Das Königreich des Vaters gleicht einem Menschen, der einen Samen hatte. Sein Feind kam während der Nacht säte Unkraut unter den guten Samen. Der Mann ließ sie das Unkraut nicht ausreißen. Er sagte zu ihnen: 'Auf daß ihr nicht hingeht, das Unkraut auszureißen, und den Weizen mit ihm ausreißt. Denn am Tag des Schnittes werden die Unkrautpflanzen offenbar werden, sie werden ausgerissen und verbrannt werden'. "
(58): Jesus sagte: "Selig ist der Mensch, der gelittten hat; er hat das Leben gefunden."
(59): Jesus sagte: "Blickt auf den (10) Lebendigen, solange ihr lebt, damit ihr nicht sterbt und ihn zu sehen sucht und nicht werdet sehen können!"
(60): Sie sahen einen Samaritaner, der ein Lamm trug, als er nach Judäa ging. Er sagte zu seinen Schülern: "Der um das Lamm?" Sie sagten zu ihm: "Um es zu töten und zu essen." Er sagte zu ihnen: "Solange es lebt, wird er es nicht essen, sondern wenn er es getötet hat, es ein Leichnam geworden ist." Sie sagten: "Auf andere Weise wird er es nicht machen können." Er sagte zu ihnen: "Sucht auch ihr selbst einen Ort für euch zur Ruhe, damit ihr nicht zu Leichnamen werdet und gegessen werdet!"
(61): Jesus sagte: "Zwei werden ruhen auf einem Bett. Der eine wird sterben, der andere wird leben." Salome sagte: "Wer bist du, Mensch? Du bist auf mein Bett gestiegen und hast von meinem Tisch gegessen." Jesus sagte zu ihr: "Ich bin der, der entstanden ist aus dem, was gleich ist. Man gab mir von dem, was meines Vaters ist." "Ich bin deine Jüngerin." Jesus: "Deshalb sage ich: Wenn es gleich ist, wird es sich mit Licht füllen, wenn es getrennt ist, wird es sich mit Finsternis füllen."
(62): "(35) Denen - die meiner Geheimnisse würdig sind - sage ich meine Geheimnisse. Was deine rechte Hand tun wird, deine linke soll nicht wissen, was sie tut."
(63): Jesus sagte: "Es war ein reicher Mann, der viel Vermögen hatte. Er sagte: 'Ich werde mein Vermögen verwenden, um zu säen, zu ernten, zu pflanzen, meine Scheunen mit Frucht zu füllen, damit mir nichts fehle.' Das ist es, was er dachte in seinem Herzen. Und in jener Nacht starb er. Wer Ohren hat, möge hören."
(64): Jesus sagte: "Ein Mann hatte Gäste, und als er das Abendessen breitet hatte, schickte er seinen Diener, damit er die Gäste einlade.
Er ging zum ersten; er sagte zu ihm: 'Mein Herr lädt dich ein.' Er sagte: 'Ich habe Geld-Forderungen an Kaufleute. Sie kommen zu mir am Abend, ich werde gehen, ihnen Anweisungen geben. Ich entschuldige mich für das Abendessen.'
Er ging zu einem anderen, er sagte zu ihm: 'Mein Herr hat dich eingeladen.' Er sagte zu ihm: 'Ich habe ein Haus gekauft, und man verlangt nach mir für einen Tag. Ich werde keine Zeit haben.'
Er kam zu einem anderen; er sagte ihm: 'Mein Herr lädt dich ein.' Er sagte zu ihm: 'Mein Freund wird Hochzeit feiern, und ich werde das Festmahl ausrichten. Ich werde nicht kommen können. Ich entschuldige mich.'
Er ging zu einem anderen, er sagte zu ihm: 'Mein Herr lädt dich ein.' Er sagte zu ihm: 'Ich habe ein Dorf. Ich gehe, um die Pacht zu holen. Ich werde nicht kommen können. Ich entschuldige mich.'
Der Diener kam; er sagte zu seinem Herrn: 'Die, die du zum Abendessen eingeladen hast, haben sich entschuldigt.' Der Herr sagte zu seinem Diener: 'Geh hinaus auf die Straßen! Bringe die, die du finden wirst, damit sie am Abendessen teilnehmen! Die Käufer und die Händler werden nicht in die Orte meines Vaters eingehen."
(65): Er sagte: "Ein gütiger Mann hatte einen Weinberg. Er gab ihn Landarbeitern, damit sie ihn bearbeiteten und damit er seine Frucht von ihnen erhalte.
Er schickte seinen Diener, damit die Landarbeiter ihm die Ernte seines Weinberges gäben. Sie ergriffen seinen Diener, schlugen ihn; beinahe hätten sie ihn getötet. Der Diener ging; er sagte es seinem Herrn. Sein Herr sagte: 'Vielleicht haben sie ihn nicht erkannt.'
Er schickte einen anderen Diener. Die Landarbeiter aber schlugen den anderen.
Darauf schickte der Herr seinen Sohn. Er sagte: 'Vielleicht werden sie sich vor meinem Sohn scheuen. Jene Landarbeiter, da sie wußten, daß er der Erbe des Weinbergs war, ergriffen sie ihn, sie töteten ihn. Wer Ohren hat, möge hören'. "
(66): Jesus sagte: "Zeig mir den Stein, diesen, den die Bauleute verworfen haben! Er ist der Eckstein."
(67): Jesus sagte: "Wer das All erkennt, sich aber selbst verfehlt, verfehlt das Ganze."
(68): Jesus sagte: "Ihr seid selig, wenn sie euch hassen und euch verfolgen, und sie werden keinen Platz finden an dem Ort, an dem sie euch verfolgen."
(69): Jesus sagte: "Selig sind sie, die in ihrem Herzen verfolgt worden sind. Diese, die den Vater in Wahrheit erkannt haben. Selig sind die Hungrigen, denn der Bauch dessen, der wünscht, wird gesättigt werden."
(70): Jesus sagte: " Wenn ihr jenes in euch hervorbringt, wird euch das, was ihr habt, erretten. Wenn ihr jenes nicht in euch habt, wird das, was ihr nicht in euch habt, euch töten."
(71): Jesus sagte: "Ich werde dieses Haus zerstören, und niemand wird in der Lage sein, es aufzubauen."
(72):Ein Mann sagte zu ihm: "Sage meinen Brüdern, daß sie die Sachen meines Vaters mit mir teilen."
Er sagte zu ihm: "Oh Mensch, wer hat mich zu einem Teiler gemacht?" Er wandte sich an seine Jünger; er sagte zu ihnen: "Bin ich denn ein Teiler?"
(73): Jesus sagte: "Die Ernte ist zwar reichlich, die Arbeiter aber sind wenig. Bittet aber den Herrn, daß er Arbeiter aussende zur Ernte."
(74): Er sagte: "Oh Herr, es sind viele um die Brunnen herum, es ist aber niemand in dem Brunnen."
(75): Jesus sagte: "Viele stehen an der Tür; die Einzelnen jedoch sind es, die in das Brautgemach eingehen werden."
(76): Jesus sagte: "Das Königreich des Vaters gleicht einem Kaufmann, der eine Warenladung hat und der eine Perle fand. Jener Kaufmann war klug; er gab er die Warenladung weg und kaufte sich allein die Perle. Ihr auch, sucht nach seinem Schatz, der nicht aufhört zu bestehen, dort, wohin keine Motte kommt, um zu fressen, und kein Wurm etwas verdirbt!"
(77): Jesus sagte: "Ich bin das Licht, dieses, das über allen ist. Ich bin das All; das All ist aus mir gekommen. Und das All ist zu mir gelangt. Spaltet ein Holz, ich bin da. Hebt den Stein auf und ihr werdet mich dort finden."
(78): Jesus sagte: "Weshalb seid ihr auf das Feld hinausgegangen? Um ein Schilfrohr zu sehen, das vom Wind bewegt wird? Um einen Menschen zu sehen, der weiche Kleider trägt wie eure Könige und eure Mächtigen? Diese sind es, die weiche Kleider tragen, werden nicht in der Lage sein, die Wahrheit zu erkennen."
(79): Es sagte zu ihm eine Frau aus der Menge: "Selig der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, die dich ernährt haben."
Er sagte zu ihr: "Selig, die das Wort des Vaters gehört, es in Wahrheit gehütet haben. Denn es werden Tage kommen, daß ihr sagt: 'Selig der Leib, der nicht empfangen hat und die Brüste, die nicht geseugt haben.' "
(80): Jesus sagte: "Wer die Welt erkannt hat, hat den Leib gefunden. Wer aber den Leib gefunden hat, dessen ist die Welt nicht würdig."
(81): Jesus sagte: "Wer reich geworden ist, möge herrschen. Und wer Macht hat, möge darauf verzichten."
(82): Jesus sagte: "Wer mir nahe ist, ist dem Feuer nahe. Und wer mir fern ist, ist dem Königreich fern."
(83): Jesus sagte: "Die Bilder sind dem Menschen offenbar; und das Licht, das in ihnen ist, ist verborgen durch das Bild des Lichtes des Vaters. Es wird sich offenbaren, und sein Bild ist verborgen durch sein Licht."
(84): Jesus sagte: "Heute, da ihr euer Ebenbild seht, freut ihr euch. Wenn ihr aber eure Ebenbilder seht, die vor euch entstanden sind -- weder sterben sie, noch sind sie offenbar -- , wieviel werdet ihr ertragen?"
(85): Jesus sagte: "Adam war aus einer großen Kraft und einem großen Reichtum entstanden, und er wurde euer nicht würdig; denn wenn er würdig geworden wäre, er hätte den Tod nicht gekostet."
(86): Jesus sagte: "Die Füchse haben ihre Höhlen und die Vögel haben ihr Nest. Der Sohn des Menschen aber hat keinen Ort, seinen Kopf niederzulegen und sich auszuruhen."
(87): Jesus sagte: "Erbärmlich ist der Leib, der vom Leibe abhängt. Erbärmlich ist die Seele, die von beiden abhängt."
(88): Jesus sagte: "Die Engel werden zu euch kommen zusammen mit den Propheten, und sie werden euch geben, was euch gehört. Und auch ihr, gebt ihnen, was in euren Händen ist, und sagt euch: 'An welchem Tage werden sie kommen und das ihre empfangen?' "
(89): Jesus sagte: "Weshalb wascht ihr die Außenseite des Bechers? Erkennt ihr nicht, daß der, der die Innenseite schuf, auch der ist, der die Außenseite schuf?"
(90): Jesus sagte: "Kommt her zu mir, denn sanft ist mein Joch und meine Herrschaft ist mild, und ihr werdet Ruhe für euch finden!"
(91): Sie sagten zu ihm: "Sag uns, wer du bist, damit wir an dich glauben." Er sagte zu ihnen: "Ihr prüft das Antlitz des Himmmels und der Erde, und den, der vor euch ist habt ihr nicht erkannt, und diesen Augenblick wißt ihr nicht zu prüfen?"
(92): Jesus sagte: "Sucht, und ihr werdet finden. Aber das, wonach ihr mich in diesen Tagen fragtet, sagte ich euch an jenem Tag nicht. Jetzt will ich es sagen, und ihr fragt mich nicht danach."
(93): Jesus sagte: "Gebt das Heilige nicht den Hunden, damit sie es nicht auf den Misthaufen werfen! Werft keine Perlen vor die Säue, damit sie es nicht besudeln."
(94): Jesus: "Wer sucht, wird finden. Wer anklopft, dem wird geöffnet werden."
(95): Jesus sagte: "Wenn ihr Geld habt, verleiht es nicht mit Zinsen, sondern gebt dem, von dem ihr es nicht zurück bekommen werdet."
(96): Jesus: "Das Königreich des Vaters gleicht einer Frau. Sie nahm ein wenig Sauerteig; sie verbarg ihn im Mehl, sie hat ihn zu großen Broten gemacht. Wer Ohren hat, möge hören."
(97): Jesus sagte: "Das Königreich gleicht einer Frau, die einen Krug voll Mehl trägt. Während sie einen weiten Weg ging brach der Henkel des Kruges. Das Mehl strömte hinter ihr auf den Weg. Sie merkte es nicht, sie hatte kein Unheil wahrgenommen. Als sie zu ihrem Haus gelangt war, stellte sie den Krug nieder. Sie fand ihn leer."
(98): Jesus sagte: "Das Königreich des Vaters gleicht einem Menschen, der einen mächtigen Mann töten wollte. Er zog das Schwert in seinem Haus. Er stieß es in die Wand, um zu erkennen, ob seine Hand stark wäre. Dann tötete er den Mächtigen."
(99): Die Schüler sagten zu ihm: "Deine Brüder und deine Mutter stehen draußen." Er sagte zu ihnen: "Diese hier, die den Willen meines Vaters tun, sind meine Brüder und meine Mutter. Sie sind es, die in das Königreich meines Vaters eingehen werden."
(100): Sie zeigten Jesus ein Goldstück und sagten zu ihm: "Die zum Kaiser Gehörigen verlangen von uns die Steuern." Er sagte zu ihnen: "Gebt des Kaisers, dem Kaiser! Gebt was Gottes ist, Gott. Und das, was mein ist, gebt es mir!"
(101): (Jesus sagte): "Wer seinen Vater nicht haßt und seine Mutter wie ich, wird mir nicht Schüler sein können. Und wer seinen Vater nicht liebt und seine Mutter wie ich, wird mir nicht Schüler sein können. Denn meine Mutter gab mir meinen Leib, aber meine wahre Mutter gab mir das Leben."
(102): Jesus sagte: "Wehe den Pharisäern! Sie gleichen einem Hunde, der auf der Futterkrippe für Ochsen liegt. Denn weder frißt er, noch läßt er die Rinder fressen."
(103): Jesus sagte: "Selig der Mensch, der weiß, an welcher Stelle die Räuber hereinkommen werden, damit er sich erhebe, seine [...]heit sammle und sich gürte um die Hüften, bevor sie hereinkommen."
(104): Sie sagten: "Komm, laß uns heute beten und fasten." Jesus sagte: "Was ist denn die Sünde, die ich begangen habe? Oder worin waren sie mir überlegen? Wenn aber der Bräutigam aus dem Brautgemach kommt, dann sollen sie fasten und beten."
(105): Jesus sagte: "Wer Vater und Mutter erkannt hat, wird 'Sohn der Hure' genannt werden." (106): Jesus sagte: "Wenn ihr die Zwei zu Einem macht, werdet ihr Söhne des Menschen werden. Und wenn ihr sagt: 'Berg, hebe dich hinweg!', wird er sich umdrehen."
(107): Jesus sagte: "Das Königreich gleicht einem Hirten, der hundert Schafe hatte. Eines unter ihnen verirrte sich -- es war das größte. Er ließ 99 zurück; er suchte nach diesem einen, bis er es fand. Nachdem er sich abgemüht hatte, sagte er zu dem Schaf: ,Ich liebe dich mehr als die 99'. "
(108): Jesus sagte: "Wer von meinem Mund trinken wird, wird werden wie ich; ich selbst werde er werden, und die verborgenen Dinge werden sich ihm offenbaren."
(109): Jesus sagte: "Das Königreich gleicht einem Menschen, der auf seinem Acker einen Schatz hat, von dem er nichts weiß. Und nachdem er gestorben war, hinterließ er ihn seinem Sohn. Der Sohn wußte nichts. Er nahm jenen Acker und verkaufte ihn. Und der, welcher ihn gekauft hatte, kam pflügen und fand den Schatz. Er begann, denen Geld auf Zinsen auszuleihen, die er wollte."
(110): Jesus sagte: "Wer die Welt gefunden hat und reich geworden ist, möge der Welt entsagen."
(111): Jesus sagte: "Die Himmel werden sich ausrollen ebenso die Erde vor euch. Und wer lebt aus dem Lebendigen, wird den Tod nicht schauen und auch nicht Furcht. Jesus sagt: 'Wer sich selbst findet, dessen ist die Welt nicht würdig.' "
(112): Jesus sagte: "Wehe dem Fleisch, diesem, das von der Seele abhängt. Wehe der Seele, die vom Fleisch abhängt."
(113): Seine Schüler sagten zu ihm: "Das Königreich, an welchem Tag wird es kommen?" . Jesus: "Es wird nicht kommen, wenn man Auschau nach ihm hält. Man wird nicht sagen: ,Siehe hier oder siehe dort`, sondern das Königreich des Vaters ist ausgebreitet über die Erde, und die Menschen sehen es nicht."
(114): Simon Petrus sagte zu ihnen: "Mariham soll von uns gehen. Denn die Frauen sind des Lebens nicht würdig!" Jesus sagte: "Siehe, ich werde sie ziehen, damit ich sie männlich mache, damit auch sie zu einem lebendigen Geist werden, der euch Männern gleicht. Denn jede Frau, wenn sie sich männlich machen wird, wird in das Königreich der Himmel eingehen."
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Die 12 Schriftrollen
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Inhalt der Schriftrollen, die von den Essenern in vorchristlicher Zeit aufgezeichnet und in einer Felsspalte am Toten Meer aufgefunden wurde.
1. S C H R I F T R O L L E
Mein Herz ist ein Garten, genannt Eden. Mein Garten ist fruchtbar und schöpferisch. Die Samen die in meinen Garten fallen, brauchen nur geringe Förderung, um zu blühen. Wie der Urgarten Eden kann er ein Segen oder ein Fluch sein. Ein ungepflegter Garten wird zu einem Dschungel, und kein Garten bringt mehr Wachstum hervor als der Garten meines Herzens und meines Gemütes.
Wenn Unkraut und Disteln gepflanzt werden, so sind sie es, die wachsen Sie werden die Blumen meines Herzens, die Lebensfreude, ersticken und verderben.
Der Meister hat gesagt: “Wie der Mensch in seinem innersten Herzen denkt, so ist er." Was ich in meinem Garten gepflanzt habe, ist, was ich bin, oder besser gesagt, ist, was ich glaube zu sein, und alles, was ich je in meinem Leben erfahren werde, ist, was ich im Garten meines Herzens pflanze.
Wenn ich Samen des Schmerzes und der Zurücksetzung säe, so pflanze ich in meinen Garten die Überzeugung, ungeliebt zu sein, pflanze Dornen des Schmerzes und der Benachteiligung, Selbstmitleid wird die Erfahrung meines Lebens sein.
Ich bin ein Gärtner. Mein Herz ist mein Garten. Man nennt es auch das Unbewusste oder das Unterbewusste. Ob Herz oder Gemüt mein Garten ist der Ort, wo ich Worte, Gedanken Überzeugungen und Ideen gepflanzt habe. Diese Samen sind lange gepflegt worden und haben als Früchte die Art und Weise erzeugt, wie ich die Welt sehe und erfahre.
Ich bin ein Gärtner und ein Denker. Meine Gedanken kommen aus meinem Garten, und meine Worte und Gedanken säen wiederum die Blumen oder das Unkraut.
Wie jedermann spreche auch ich zu mir selbst. Meine Gedankenwelt ist jeden wachen Augenblick tätig und mein Sinn ist voller Worte, Gedanken und Meinungen. Die Worte und Gedanken, die Meinungen und Überzeugungen sind Erzeugnisse meines Gartens, und sie sind wiederum Samen und Dünger für meinen Garten, so dass die Pflanzen, die darin wachsen, seien sie gut oder schlecht, jeden Tag stärker werden, tiefere Wurzeln schlagen und immer überzeugender wirken. Mein Sinn ist voller Überzeugungen, Gewohnheiten und Beschreibungen. Wenn ich in einem Gesicht einen Ausdruck sehe, neige ich dazu zu sagen: “Das bedeutet...”, und wenn meine Interpretation für mich vorteilhaft zu sein scheint, reagiere ich mit einem Aufleuchten von Befriedigung und beglückwünsche mich. Sagt meine Interpretation aber, der Gesichtsausdruck sei unfreundlich gewesen und bedeute Ablehnung und Missbilligung, so lasse ich in mir ein Gefühl des Verletztseins hochkommen und tadle die Person, deren Gesichtsausdruck ich interpretiert habe.
Ich war mir bis jetzt nicht bewusst, dass das Muster für meine Interpretation in meinem eigenen Garten gewachsen ist. Ich war mir nicht gewahr, dass Vertrauen und Selbstwertgefühl, das Wissen, dass ich goldrichtig bin und geliebt werde, Blumen aus meinem eigenen Garten sind.
Von heute an beginne ich ein neues Leben. Ich pflanze einen neuen Garten und ernte neue Gedanken und Überzeugungen.
Ich bin verantwortlich für die Gedanken, die ich hege. Ich bin überzeugt, dass ich zu mir selber spreche, wie ich das ja auch immer schon getan habe.
Ich bin der Meistergärtner meines Lebens. Ich kann nunmehr die Verantwortung für das übernehmen, was ich zu mir selber sage. Ich bin verantwortlich für meine Überzeugungen. Wie ich mich jeden Tag fühle, wird das Resultat dessen sein, was ich zu mir selber sage und was ich immer wieder zu mir gesagt habe.
Wenn ich es sehr schwierig finde, wunderbare und liebevolle Urteile über mich selbst zu mir zu sagen, so kommt das daher, dass diese einsam stehende kleine Blume des Selbstwertes, die ich heute pflanze, von den Tausenden, ja Millionen Unkräutern, die ich gepflanzt und genährt habe, fast erstickt wird.
Heute pflanze ich einen neuen Garten. Es ist ein Garten der Freude und neuen Lebens. Die Erzeugnisse meines Gartens werden Gesundheit, Wohlstand und Güte sein. Mein neuer Garten wird mich ernähren mit vielfältigen, bedeutungsvollen Freundschaften. Frohsinn und Zufriedenheit werden im Garten meines Herzen reifen.
Wucherndes Unkraut ist in meinem Garten, weil ich immer wieder an Mangel und Einschränkungen gedacht habe. Samen werden gesät durch Wiederholung. Es bildet sich ein Gedankenmuster, und das Unkraut wird bewässert und genährt, so oft ich mit Zurücksetzung, Demütigung, Zorn, Groll oder Eifersucht reagiere.
Auch mein neuer Garten wächst durch Wiederholung. Neue Gedanken bauen sich auf zu neuen Denkmustern, und freudige, kräftigende, nährende Gedanken werden zu verwurzelter Gewohnheit. Mein neuer Garten wird mein neues Leben, meine neuen Sitten und eine neue Weise, mich selbst zu sehen.
Heute fange ich an, eine neue Gewohnheit anzunehmen. Ich schaffe starke und tiefe Wurzeln verantwortungsbewussten Denkens, indem ich mich an das folgende tägliche Programm halte:
Die Schriftrolle, die ich in der Hand halte ist ein “Bija” (ausgesprochen bi-ha) Das Wort Bija bedeutet Samen. Die Bija-Schriftrollen enthalten die Samen fröhlicher, positiver, liebevoller und gesunder Gedanken, die in meinem Garten wachsen sollen.
Ich will mich mit solchen Gedanken mit aller Sorgfalt vertraut machen und darüber wachen, dass sie meinen Sinn erfüllen mit neuen Überzeugungen, Denkmustern und Handlungsweisen.
Jeden Tag werde ich meinen Sinn, mein Herz und meinen Garten in gleicher Weise wie meinen physischen Körper ernähren. Jeden Tag werde ich die Worte dieser Schriftrolle wie eine Mahlzeit zu mir nehmen und die darin enthaltenen Gedanken verdauen. Das erste Mal werde ich sie beim Aufstehen lesen, damit die ersten Gedanken meines Tages, die meine Gemütslage und meine Erwartungen bestimmen, nährend und heilend sind und mich zur göttlichen Quelle meines Seins erheben.
Ich werde die Bija-Schriftrolle wieder zur Mittagszeit lesen, um die starken Wurzeln meiner neuen Denkgewohnheiten und einer neuen Lebensweise zu ernähren.
Und jeden Abend werde ich die Bija-Schriftrolle lesen, so wie ich stoffliche Nahrung zu mir nehme. Ein viertes Mal werde ich die Schriftrolle wiederholen, wenn ich zu Bett gehe, damit ich mit den Gedanken einschlafe, die ich für meinen schönen Garten ausgewählt habe.
Ich werde die Worte dieser Bija-Schriftrolle schweigend oder laut während dreißig Tagen viermal wiederholen. Dann will ich mich der zweiten Schriftrolle zuwenden.
Dazu verpflichte ich mich heute.
Ich will in mir einen neuen Garten pflanzen. Heute übernehme ich die Verantwortung für die Gedanken, die ich hege, und für alles, was ich glaube.
Ein Jahr lang werde ich diese Übung auf mich nehmen. Jeden Tag werde ich meinen Sinn und mein Herz viermal mit “Samen-Gedanken” füllen und dadurch mein Wesen verändern.
Es gibt zwölf Bija-Schriftrollen. Jeden Monat für ein Jahr werde ich eine neue Bija-Schriftrolle vornehmen, um meinen Garten mit neuem Leben zu erfüllen.
Dazu verpflichte ich mich heute vor mir selber.
Ich werde nicht wanken.
Ich bin mir selber wichtig genug, um meine Verpflichtung einzuhalten und ein neues Leben aufzubauen.
Heute habe ich ein neues Leben begonnen, einen neuen Garten angelegt, und ich bin erfüllt von Dankbarkeit.
2. S C H R I F T R O L L E
Ich grüße diesen Tag mit meiner Verpflichtung zur Liebe. Ich besitze im Überfluss, wessen alle Menschen bedürfen. Ich bin eine Quelle der Liebe und Anteilnahme.
Dies ist das Geheimnis eines erfolgreichen Lebens: Es gibt keine größere Macht und Kraft als die Liebe. Muskeln können einen Schild spalten und sogar Leben vernichten, doch nur die unsichtbare Kraft der Liebe kann Herzen öffnen und die Seele nähren. Solange ich die Kunst der Liebe nicht beherrsche, kann ich dem Zwecke meines Daseins nicht genügen. Liebe ist das wirkungsvollste Mittel für den Zugang zu Mitmenschen, dem sich niemand verschließen kann. Meinen Gedankengängen mögen sie widersprechen, mein Gesicht ablehnen, meine Ideen mögen Argwohn erregen, meine Liebe jedoch wird Herzen erweichen, so wie die Sonnenstrahlen das härteste Eis zum Schmelzen bringen.
Ich grüße diesen Tag mit meiner Verpflichtung zur Liebe. Wie verwirkliche ich sie? Ich werde alle Dinge mit Liebe betrachten und werde wiedergeboren sein. Ich liebe die Sonne, die mich erwärmt; ich liebe aber auch den Regen, der meinen Geist reinigt. Ich liebe das Licht, denn es zeigt mir den Weg; doch ich liebe auch die Finsternis, denn sie zeigt mir die Sterne. Ich heiße das Glück willkommen, das mein Herz erweitert; ich will aber auch Traurigkeit ertragen und sie zu meinem Besten wenden. Ich will Belohnungen annehmen, denn sie stehen mir zu; aber auch Hindernisse werde ich begrüßen, denn sie fordern mich heraus.
Ich grüße diesen Tag mit meiner Verpflichtung zur Liebe. Und wen will ich lieben? Ich liebe meine Quelle, die mir das Leben verliehen hat. Mit tiefer Dankbarkeit anerkenne ich, wie herrlich ich erschaffen bin, in Anlage und Aufbau so vielfältig und wunderbar, dass die Vorstellungskraft es nicht erfassen kann. Ich erkenne, wie fair und empfänglich ich bin, so sehr, dass meine Gedanken und meine Überzeugungen mich zu heilen vermögen und mich froh und leistungsfähig machen können, dass sie aber auch imstande sind, das erstaunliche Gebilde zu zerstören, das ich von meinem Schöpfer empfangen habe. Ich liebe meine Quelle, die mir das Leben und alle Möglichkeiten verliehen hat. Ich erkenne, dass mich meine Quelle mit zahlreichen Möglichkeiten der Wahl und der Erfahrungen ausgestattet hat. Ich kann das Gute oder das Böse, Freude oder Traurigkeit wählen. Dafür liebe ich meine Quelle, und so lange ich liebe, werde ich die Möglichkeiten der Wahl erkennen. Erfüllt von meiner Liebe bin ich dankbar für das, was ich bin. Ich grüße diesen Tag mit meiner Verpflichtung zur Liebe. Und wie werde ich reden? Ich mache es zu meiner Pflicht, Lob zu finden und auszudrücken für meine Feinde, und sie werden zu Freunden. Niemand ist ein Feind, es sei denn, er wurde verletzt. Ich bin dazu geboren, Liebe zu geben und Vorbild zu sein für alle, die andere verletzen. Niemand ist böse, es sei denn, er fühlt Schmerz; meine Liebe lindert Schmerzen. Ich will meine Freunde ermutigen, und sie werden zu meiner Familie zählen. Immer will ich nach Gründen für ein Lob suchen, niemals nach Ausflüchten, um üble Nachrede zu entschuldigen. Wenn ich versucht bin, Kritik zu üben, werde ich mir in die Zunge beißen; wenn ich zum Lobe bewegt bin, werde ich dafür sorgen, dass es gehört wird.
Sprechen nicht die Vögel, der Wind, das Meer und die ganze Natur mit Musik das Lob ihres Schöpfers? Kann ich nicht mit der gleichen Musik sprechen, um zu offenbaren, dass Er mich nicht armselig erschaffen hat? Ich muss wissen, dass alle Menschen so wunderbar geschaffen sind wie ich, und dass es so wie mir auch den anderen schwer fällt, diese Schönheit und Vollkommenheit zu zeigen. So will ich denn meine Quelle lieben, indem ich ihr Schöpfungswerk in allen Menschen und in der ganzen Natur liebe. Ich will hinfort stets an dieses Geheimnis denken, und es wird mein Leben verändern.
Ich grüße diesen Tag mit meiner Verpflichtung zur Liebe. Und ich liebe nicht nur deshalb, um freundlich und nett zu erscheinen, obwohl auch das schon viel bedeutet. Ich liebe vor allem, weil Liebe wirkt und weil sie mein bestes Werkzeug ist, um mit den Lehren des Lebens fertig zu werden und seine Möglichkeiten zu nutzen. Ich liebe, weil mich die Liebe stark macht und weil sie Ergebnisse zeitigt. Mit ihr werde ich die Mauern aus Misstrauen und Hass niederreißen, welche Menschen um ihre Herzen errichtet haben und an ihrer Stelle werde ich Brücken bauen, so dass meine Liebe Zugang zu ihren Seelen findet. Ich liebe die Ehrgeizigen, denn sie können mich begeistern. Ich liebe die Versager, denn sie belehren mich. Ich liebe die Könige, denn es sind Menschen. Ich liebe den Demütigen, denn er ist göttlich. Ich liebe die Reichen, denn sie sind so allein! Ich liebe die Armen, die so zahlreich sind. Ich liebe die Alten, denn sie haben teil an der Weisheit. Ich liebe die Schönen, deren Augen Traurigkeit verraten, und die Hässlichen, die den Frieden haben.
Ich grüße diesen Tag mit meiner Verpflichtung zur Liebe. Aber wie werde ich auf die Handlungen der anderen antworten? Mit Liebe. Denn so wie die Liebe meine Waffe zur Öffnung der Menschenherzen, ist sie auch mein Schild, um die Pfeile des Hasses und die Speere des Zornes abzuwehren. Gegnerschaft und Entmutigung werden gegen meinen neuen Schild schlagen wie sanfter Regen. Mein Schild wird mich auf dem Marktplatz schützen und wenn ich allein bin. Er wird mich in den Augenblicken der Verzweiflung stützen und mich beruhigen, wenn ich mich hinreißen lasse. Ich werde mit seiner Hilfe stärker und geborgener, bis ich Ihn eines Tages zur Seite stellen und unbeschwert unter den Menschen einherschreiten kann. Dann werde ich in ein neues Leben eingehen.
Ich grüße diesen Tag mit meiner Verpflichtung zur Liebe. Wie werde ich mich denen gegenüber verhalten, die mir begegnen? Nun in dieser Weise: Mit innerer Ruhe, und indem ich wortlos zu ihm sage: Ich liebe Dich. Obwohl unausgesprochen, werden diese Worte in meinen Augen aufleuchten, meine Brauen glätten, ein Lächeln auf meine Lippen zaubern und in meiner Stimme mitschwingen. Und sein Herz wird sich öffnen. Wer wird zu mir nein sagen können, dessen Herz meine Liebe fühlt?
Ich grüße diesen Tag mit meiner Verpflichtung zur Liebe. Und vor allem werde ich mich selbst lieben. Deshalb werde ich eifrig alle Dinge prüfen, die in meinen Körper, meine Gedanken, in mein Herz und meine Seele dringen. Nie werde ich den Begierden meines Fleisches nachgeben, sondern meinen Körper mit Reinheit und Maßhalten pflegen. Ich werde es meinem Gemüt nicht erlauben, zu Übel und Verzweiflung hinzuneigen, sondern ich werde meinen Sinn mit ewiger Erkenntnis und Weisheit stärken. Nie werde ich meiner Seele erlauben, selbstzufrieden zu werden, sondern ich werde sie nähren mit Meditation und Gebet. Nie werde ich meinem Herzen gestatten, klein und bitter zu werden, es vielmehr ausdehnen und mit anderen teilen, so dass es die Erde wärmt. Was ich bin, braucht Liebe, und es ist meine Verantwortung, all das zu lieben, was ICH BIN. Geborgen in dieser Liebe bin ich frei, anderen Liebe zu geben.
Ich grüße diesen Tag mit meiner Verpflichtung zur Liebe. An diesem heutigen Tag liebe ich die ganze Menschheit. Von diesem Augenblick an ist jeder Hass aus meinen Adern verschwunden, denn ich habe keine Zeit zu hassen, nur Zeit zu lieben. Von jetzt an unternehme ich den ersten Schritt, um ein Mensch unter Menschen zu sein. Mit der Liebe wächst meine Leistungsfähigkeit, und ich lebe als Kind Gottes. Auch wenn mir alle anderen Fähigkeiten fehlen, werde ich allein durch die Liebe erfolgreich sein. Ohne sie müsste ich scheitern, auch wenn ich alle Kenntnisse und Geschicklichkeiten der Welt besäße.
Ich grüße diesen Tag mit Liebe und bin gesegnet.
3. S C H R I F T R O L L E
Für alle meine Gedanken und Handlungen gibt es einen Grund, nämlich die Erwartung eines für mich günstigen Ergebnisses. Wenn ich Tagträume, erwarte ich vielleicht, der Langeweile zu entgehen oder zu erleben, dass meine Vorstellung Wirklichkeit wird. Vielleicht erwarte ich tieferes Wissen, Bewusstsein oder gesteigertes Denkvermögen. Oder ich mache mir Sorgen, um mich davon zu überzeugen, dass ich ein verantwortungsbewusster Mensch bin. Es gibt die verschiedensten Wünsche und Erwartungen, sogar solche, die ich nicht gerne eingestehen möchte.
Manchmal bin ich getrieben vom Wunsche nach Geld und Besitz; dann sind meine Gedanken und Handlungen darauf gerichtet.
Ich mag getrieben sein durch ein Bedürfnis nach Applaus und Zustimmung. Ich möchte den anderen gefallen.
Oft bin ich durch den Drang motiviert, recht zu haben. Ich mag es gar nicht, dass meine Ansichten und Handlungen als falsch eingestuft werden.
Manchmal ist der Wunsch nach Vergnügen die Triebfeder; das Leben soll mir etwas bieten und mich befriedigen. Doch der stärkste Antrieb für meine Gedanken und Handlungen ist meine Sehnsucht nach Liebe.
Wenn ich mich geliebt weiß, habe ich wenig Verwendung für Geld. Manchmal gibt es mir zwar ein Gefühl der Sicherheit, aber nicht entfernt so nachhaltig wie es die Liebe vermag.
Wenn ich mich geliebt weiß, brauche ich Applaus und Zustimmung nicht; Liebe ist an sich schon Beifall und Zustimmung.
Wenn ich mich geliebt weiß, brauche ich nicht recht zu haben. In Gegenwart eines Menschen, der mir seine Liebe schenkt, brauche ich mich meiner Fehler nicht zu schämen; ich schätze es sogar, wenn er mich liebevoll auf sie aufmerksam macht.
Wenn ich mich geliebt weiß, gibt es für mich kein größeres Vergnügen; andere Vergnügen sind fade oder lediglich ein Mittel, meiner Liebe Ausdruck zu verleihen und Liebe zu erleben.
Nichts befriedigt tiefer als Liebe. Wenn ich mich geliebt weiß, so bin ich zufrieden, jedoch nicht selbstgefällig. Ich werde weiterhin zu Gedanken und Handlungen angetrieben, habe Ziele, Ideale, sogar Ehrgeiz. Aber meine Ziele und mein Ehrgeiz sind nicht mehr Ausdruck der Unsicherheit; ich brauche niemandem mehr etwas zu beweisen.
Wenn ich mich geliebt weiß, sehe ich mich zu liebevollem Handeln veranlasst. Ziele und Ehrgeiz sind Ausdruck meines Bedürfnisses, Freude zu geben und zu teilen.
Liebe ist eine Überlebensfrage. Ich brauche Liebe oder einen Liebesersatz, buchstäblich um überleben zu können. Viel zu viele Menschen sind aus Mangel an Liebe gestorben. Für Liebe gibt es mannigfaltigen Ersatz: Macht, Geld, materiellen Besitz, Popularität und Ruhm. Sogar Abscheu und Hass sind Liebesersatz. Jede Form markanter Beachtung kann als Liebesersatz dienen.
Liebesersatz befriedigt indessen nicht wirklich. Bestenfalls bietet er nur zeitweilige Betäubung und ruft wie ein Rauschgift nach Steigerung. Ist Macht mein Liebesersatz, so brauche ich heute mehr davon als gestern. Das gleiche gilt für Geld, Hass, Mitleid und alle anderen Formen markanter Beachtung, mit Ausnahme der Liebe.
Alle Menschen wollen das Gefühl haben "es macht etwas aus, dass ich lebe." Deshalb halten wir alle Ausschau nach Bestätigungen und Zeichen, aus denen wir schließen können, dass "es etwas ausmacht, dass ich existiere." Jede zugefügte Unbill, jeder Streit und jeder Krieg ist Ausfluss des Hungers nach Anerkennung der Tatsache, "dass ich etwas ausmache." Jedes jemals begangene Verbrechen ist die Folge dieser Lebensnotwendigkeit. Der Verbrecher sagt sich im innersten Herzen, "ich mache etwas aus, und wenn mir diese Gewissheit nicht gütlich zuteil wird, so werde ich euch zeigen, dass man mit mir zu rechnen hat." Selbst Völker hegen diesen gemeinsamen Gedanken: "Mit uns hat man zu rechnen. Und wenn eure Worte und Handlungen dies nicht zum Ausdruck bringen, so töten wir eure jungen Männer, wie wenn es auf sie nicht ankäme, und das wird euch veranlassen zu erkennen, dass man mit uns zu rechnen hat."
Dieses Bedürfnis nach Anerkennung der Tatsache, dass ich wichtig bin, ist nichts anderes als der Wunsch, geliebt zu werden. Wenn ich geliebt werde, so weiß ich, dass ich von Bedeutung bin, dass meine Existenz für den oder die Menschen, die mich lieben, wichtig ist. Ich brauche keinen anderen Beweis. Ich werde geliebt, das genügt.
Ich habe einen Körper, eine Persönlichkeit, Verstand und Geist. Ein kleines Kind wohnt in mir; es ist der kindliche verwundbare Teil meiner selbst. Alle diese "Teile" bedürfen der Liebe, um gesund zu bleiben und zu überleben. Ich bin für sie verantwortlich. Vielleicht empfange ich Liebe von anderen, vielleicht auch nicht. Die anderen werden mein Wesen nicht immer billigen oder mir zustimmen. Oft werden sie mir sogar zu verstehen geben, dass sie mich für völlig bedeutungslos halten. Jedoch dieses eine weiß ich:
ICH WERDE GELIEBT.
0b ich mich geliebt weiß, ist mein Entscheid und meine Verantwortung. Ich akzeptiere die Verantwortung, all das zu lieben, was ICH BIN. Jeden Tag will ich mehrmals daran denken, dass ich geliebt bin. Ich selber liebe mich. Ich bin mir selber wichtig, ganz gleichgültig, ob es anderen von Bedeutung scheint oder nicht, dass ich lebe, und das genügt.
Ich möchte gewiss von anderen geliebt werden; wenn mich aber auf der ganzen Welt niemand liebt, bin, ich doch goldrichtig. So habe ich beschlossen: ICH WERDE GELIEBT. Ich will die anderen lieben und selber geliebt werden. Ich liebe die anderen, ob sie mich lieben oder nicht. Es gibt keinen Grund, irgend jemanden meiner Liebe zu berauben. Ich anerkenne aus freien Stücken, wie wichtig es ist. "dass Du lebst." Ich möchte das den anderen so deutlich zu verstehen geben, dass sich niemand veranlasst fühlt, seine Wichtigkeit durch bösartige Handlungen unter Beweis zu stellen.
Der empfindlichste Mangel in der Welt ist der Mangel an Liebe. Der Hunger nach Liebe ist die Wurzel aller Verbrechen, auch der Grund aller Schmerzen und Leiden. Mangel an Liebe und Anerkennung ist auch der tiefere Grund aller Kriege. Hunger, Armut und Misstrauen sind die Folgen von Liebesersatz und schreien nach wahrer Liebe.
Liebe vermag Jedes Übel in der Welt zu ändern, den Krieg zu verhindern und Frieden zu bringen. Liebe ist der geheime Weg, eine Gesellschaft ohne Verbrechen herbeizuführen. Liebe kann eine ausgeglichene Verteilung der Güter dieser Erde bewirken und allen zu einem menschenwürdigen Dasein verhelfen. Da wo die Wohlhabenden die Habenichtse lieben, gibt es keine Armut.
Heute mache ich die Liebe zu meiner Pflicht. Ich will mithelfen, die Erde zu verändern. Ich kann schon heute im Himmelreich leben. Es ist dies ein Bewusstseinszustand, in welchem ich mich geliebt weiß und andere vorbehaltlos liebe. Von heute an liebe ich mich selbst. Ich liebe, was ICH BIN. Ich liebe nicht all das, was ich getan habe. Ich Liebe meine Fehler nicht, aber ich würdige das, was ich aus ihnen gelernt habe, und Liebe mich, auch wenn ich Fehler mache.
Ich vergebe all denen, die mich nicht lieben und vielleicht nicht lieben können. Ich liebe sie trotzdem.
Heute entlasse ich meine Familie, meine Freunde und meinen Ehepartner aus der Tyrannei meines Hungers nach Liebe. Nicht länger werde ich ihnen durch Worte oder mein Verhalten zu verstehen geben: "Ich brauche Deine Liebe; ich bin verletzt und werde böse, wenn Du mich nicht liebst." Von heute an liebe ich mich selbst.
ICH LIEBE MICH.
ICH BIN GELIEBT
ICH BIN GELIEBT UND ES IST WUNDERBAR.
WEIL ICH MICH LIEBE, BIN ICH FREI, DICH ZU LIEBEN.
ICH BIN GELIEBT UND ICH BIN DANKBAR.
4. S C H R I F T R O L L E
Ich bin soviel wert wie mein Wort.
Ohne Integrität bin ich nichts.
Nichts kann ohne Integrität existieren.
Das Wort Integrität will heißen, "als Ganzheit existieren", ganz und vollständig sein, und es bedeutet Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und die Festigkeit, eingegangene Verpflichtungen stets einzuhalten.
Mein größter Wunsch ist es, mit der Quelle meines Lebens eins zu werden. Als wichtige Stufe in dieser Richtung muss ich lernen, durch und durch ehrlich zu sein. Ich lerne mit mir und anderen ehrlich zu sein. Durch unbedingte Aufrichtigkeit Zugang zu meinem Selbst zu suchen, mag unter Umständen bedrohlich erscheinen; jedoch es gibt nichts Bedrohlicheres als Mangel an Ehrlichkeit und Integrität. Ich darf meine Ganzheit nicht spalten, indem ich wider besseres Wissen eine Unwahrheit sage. Anderen gegenüber absolut ehrlich und wahr zu sein, kann sich für mich niemals auch nur entfernt so nachteilig auswirken wie ein Verstoß gegen die Wahrhaftigkeit und Integrität, der mein Wesen buchstäblich zerstört.
An diesem heutigen Tag verpflichte ich mich zur Integrität. Ich bin soviel wert wie mein Wort. Jedes Mal, wenn ich ausdrücklich oder stillschweigend eine Verpflichtung eingehe, will ich es als Ausdruck meines Lebens und meiner Ganzheit betrachten, sie auch einhalten; denn wenn ich nicht zu meinem Wort stehe, bin ich nicht Integer. Wenn ich nicht Integer bin, habe ich mein Dasein verleugnet. Ohne Integrität bin ich bedeutungslos, zerfallen.
Von diesem heutigen Tage an betrachte ich es als Ehre und Freude, zum Abschluss gültiger Vereinbarungen und Verpflichtungen fähig zu sein. Es ist mir eine Ehre und Freude, sie zu erfüllen. Ein gebrochenes Versprechen ist eine Lüge. Ich darf die Erfüllung einer Verpflichtung nicht von Bedingungen abhängig machen, die ich nicht schon bei ihrem Eingehen gestellt habe. Ich kann eine Verpflichtung nicht brechen, ohne meine Ganzheit, meine Integrität zu verlieren.
Ich will mein Selbst, meinen Wert und meine Ganzheit nicht durch leichtsinniges Eingehen und Brechen von Verpflichtungen verlieren. Ich will eins und ganz sein. Ich werde eins mit der Quelle meines Lebens. Sie ist das Wesen der Integrität wie auch der Liebe. Der Bruch einer Verpflichtung ist ein Mangel an Liebe.
Von diesem Tage an will ich Liebe und Integrität zu meinem Wesen machen. Von heute an gelobe ich, Versprechen und Verpflichtungen verantwortungsbewusst und mit Liebe einzugehen. Ich gelobe, dass meine Versprechungen und Verpflichtungen von jetzt an echt sind und dass ich sie halten werde. Ich gelobe, nur die Wahrheit zu sagen. Alle die mich kennen, werden wissen, dass mein Wort auch mein Wert ist.
Ich kann mich auf mich verlassen.
Du kannst Dich auf mich verlassen.
Gott kann sich auf mich verlassen.
Ich bin soviel wert wie mein Wort.
Ich bin mein Wort.
Mein Wort ist der Ausdruck Gottes in mir.
Ich bin ein Ausdruck Gottes.
Was ich bin, ist Gott, der sich durch mich offenbart.
Mein Versprechen verpflichtet Gott in mir. Dies ist es, was ich bin. Helfe mir Gott, mit Dir eins zu sein, ganz, vollkommen und integer.
Helfe mir Gott, in großen und kleinen Dingen die Wahrheit zu sagen und mein Wort zu halten.
5. S C H R I F T R O L L E
In dieser Welt dienen alle Menschen einem von 2 Herrn: Mit jedem Gedanken und jeder Tat dienen wir entweder der Liebe oder der Furcht; wenn ich mich mit meinen Mitmenschen ohne Furcht verbunden fühle, diene ich der Liebe.
Man hat mir gelehrt, mich zu behaupten und stets wachsam zu sein, damit mich niemand verletze oder betrüge. Jetzt weiß ich, dass niemals irgend jemand versuchen wird, mich zu verletzen oder unfreundlich zu behandeln, es sei denn, er fühlt sich ungeliebt. Ich will mich vor dem Ungeliebten nicht mehr fürchten, wenn er sich unfreundlich zeigt. Ich werde es dem Unkraut der Rache nicht mehr erlauben, im Garten meines Herzens Wurzeln zu schlagen. Mitgefühl wird meine Antwort denen gegenüber sein, die mir Schaden wollen, weil sie sich von Furcht und Lieblosigkeit leiten lassen. Liebe ist stärker als Furcht und kann mich weise machen. Jedes Mal, wenn ich versucht bin, zurück zu schlagen, wird mir die Liebe einen besseren Weg zeigen. Verletzungen und Schmerzen sind kurzlebig, von Dauer aber sind Würde, Selbstwertgefühl und Genugtuung darüber, stärker zu sein als der Übelwollende.
Was für jeden Menschen lebensnotwendig ist, besitze ich in Fülle: Liebe und Anteilnahme. Liebe fließt als Lebensblut durch meine Adern und zeigt mir den Weg zu Geist und Wahrheit. Liebe als einziger Lebensquell hat mich geboren. Wenn ich meine Mitmenschen ohne Vorbehalte so annehme, wie sie sind und ihnen meine Zuneigung nicht verweigere, strahle ich Liebe aus und gebe ihnen ein Gefühl der Geborgenheit. Damit fördere ich das Beste in ihnen. Von heute an will ich allen, die in mein Leben treten, auf diese Weise begegnen, auch wenn sie lieblos handeln. Selbst die Grausamen und Zerstörerischen schließe ich von meiner Liebe nicht aus. Zwar werde ich niemals Taten billigen, die anderen Schmerz und Leiden zufügen, doch werde ich sowohl für die Verursacher, wie auch für die Betroffenen, Mitgefühl und Liebe fühlen. In jedem von Gott geschaffenen Lebewesen steckt etwas, das es zu lieben gilt und das Liebe braucht. Ich anerkenne das heute und spende Liebe.
Wohl das schlimmste Verbrechen ist Mord. Wenn ich aber einem Mörder meine Liebe versage, habe ich das gleiche Verbrechen begangen, denn ich habe ihm die Quelle des Lebens vorenthalten und ihn in meinen Gedanken zu einem Toten gemacht. Wenn ich hasse, bin ich ein Mörder.
Die Menschheit wünscht sich manche Gaben, die ich ihr unter Umständen gewähren kann: Mit der richtigen Einstellung habe ich die Gabe des Heilens. Wenn ich richtig zu hören verstehe, kann ich Vorhersage machen. Wenn ich lerne, kann ich die Gabe des Lehrens mit anderen teilen. Wenn ich stark bin, kann ich anderen den Weg zeigen. Mit der Gabe des Geistes kann ich anderen Kraft und Zuversicht vermitteln. Immer kann ich Mut wecken und Hilfe gewähren. Der Gaben sind viele, doch die größte ist die Liebe.
Ich habe immer Geistesgabe gewünscht. Stets sehnte ich mich danach, helfen und dienen zu können. Sei es als Heiler, Prophet, Führer oder Weiser. Die größte Gabe besitze ich jedoch schon heute: Die Gabe grenzenloser, bedingungsloser Liebe. Ich kann Liebe geben und empfangen und will beides heute und immer tun. Ich liebe, was ich bin - im Erfolg und wenn ich strauchle. Die Quelle meines Lebens und mein Selbst lieben mich vorbehaltlos und immerdar. Und ebenso gebe ich bedingungslose Liebe, auch wenn die anderen meine Erwartungen nicht erfüllen. Meine Liebe wächst, je mehr ich davon austeile, und ist unerschöpflich. So, wie ich Liebe gebe, empfange ich Liebe und Liebende verleihen meinem Leben Fülle.
Niemand kann mein Feind sein. Ich lasse es nicht zu. Ich habe die Wahl, jemanden als mein Feind zu betrachten oder nicht. Und ich möchte in meinem Leben keinen haben. Ich will diejenigen, die meine Feinde sein könnten, lieben, und sie werden zu meinen Freunden. Ich werde sogar lieben, wer mir keine Gegenliebe zeigt und ihm vergeben.
Heute verpflichte ich mich zur bedingungslosen Liebe und bitte um Hilfe. Ich bitte die Quelle aller Liebe mir die Kraft, den Willen und die Fähigkeit zu verleihen, meine Verpflichtung wahr zu machen.
Gott lehre mich zu lieben. Lehre mich ohne Vorbehalte und Bedingungen zu lieben. Gewähre mir, dass ich die Liebe selbst sein kann. Liebe ist, was ICH BIN.
6. S C H R I F T R O L L E
Meine Gefühlswallungen gehören mir; ich bin sie nicht. Meine Emotionen sind eine wunderschöne, gefühlvolle Art und Weise, mich selbst und meine Beziehungen zu dieser Welt auszudrücken.
Meine Emotionen sind das Ergebnis dessen, was ich glaube. Wenn ich an einen bestimmten Zwischenfall oder eine gegebene Lage keinen Glauben hefte, so habe ich deswegen auch keine Gefühlswallung.
Mein Glaube mag die Annahme beinhalten, dass gewisse Dinge gut oder böse, recht oder schlecht, vielleicht auch bedrohlich sind. Sobald ich mir Rechenschaft gebe, das meine Beurteilungen eben Urteile sind (gut, böse, richtig, falsch, bedrohlich), dann wird mir klar; Es steht mir frei, meinen Glauben und meine Urteile zu ändern und unangenehme Zwischenfälle und Geschehnisse ihrer "emotionalen Ladung" zu entkleiden. Nichts kann mich unglücklich, zornig, verzweifelt oder ängstlich machen, wenn ich ihm nicht die Kraft und Erlaubnis gebe, dieses zu bewirken.
Jederzeit obliegt mir allein die Entscheidung darüber und die Verantwortung dafür, wie ich mich fühle. Ich kann wählen, ob ich fröhlich, glücklich, ruhig und vertrauend sein will.
Ich habe das absolute Recht, heute glücklich zu sein. Ich brauche mich nicht dafür zu entschuldigen, wenn ich reine Freude empfinde und zeige.
7. S C H R I F T R O L L E
Ich bin der Meister meiner Beziehungen, jede bedeutsame Beziehung, die ich mit einem anderen Menschen geknüpft habe, kennzeichnet mein Wirken und dient meinem Bedürfnis zu lernen, zu wachsen und mein eigenes Wesen auszudrücken.
Ich habe hilfreiche Beziehungen geschaffen, in denen ich mich anerkannt und geschätzt fühle, aber auch solche, durch die ich keine Wertschätzung und Hilfe erfuhr.
Ich lerne erkennen, dass jeder mäkelnde, unfreundliche Mensch verzweifelt ist und versucht, es mir kund zu tun. Niemand ist bösartig, der sich wohl fühlt, glücklich, fröhlich und selbstbewusst ist. Nur solche Leute sind unfreundlich, denen etwas fehlt. Ruppiges Benehmen verrät verzweifeltes Bedürfnis nach Liebe, Beachtung, Hilfe und Unterstützung. Die angemessene Antwort ist Mitgefühl und Verständnis.
Wenn ich mich stark und vertrauensvoll fühle, kann ich meine Anteilnahme und Fürsorge gegenüber einem unfreundlichen Menschen ausdrücken. Wenn ich mich aber nicht stark, vertrauend und geliebt fühle, so ziehe ich mich am besten zurück und bleibe so lange allein, bis ich mir die Freundlichkeit, Anerkennung und Liebe gewähren kann, die ich selber nötig habe.
Der Entschluss und die Kraft dazu stehen bei mir.
Liebe ist Lebensenergie und Heilkraft. Wenn ich mich geliebt weiß, fühle ich mich wohl und getragen. Meine Mitmenschen sind manchmal außerstande, mir die Liebe zu geben, die ich brauche. Dies ist dann die Gelegenheit, mich auf meine eigene Verantwortung zu besinnen.
Meine Mitmenschen fühlen die Liebe, die ich Ihnen gebe, wenn ich ihnen helfe, sie akzeptiere und schätze. An mir liegt es, Liebe zu geben oder zu verweigern. Wenn ich mich zu der unfreundlichen Alternative entschließe, werden sich einige verschmäht und daher verletzt fühlen. Andere werden hingegen einfach feststellen, dass ich sie nicht mag, werden sich aber trotzdem vertrauensvoll, fröhlich und erfüllt finden. Sie haben sich eben dafür entschieden, fröhlich, geliebt und erfüllt zu sein, ohne sich von meinem Verhalten beeinflussen zu lassen. Es steht in meiner Macht, mich selbst zu lieben, zu akzeptieren und zu ermutigen, so wie ich bin. Die Beziehung zu mir selbst ist das Allerwichtigste. Alle meine anderen Beziehungen widerspiegeln lediglich die Art und Weise, wie ich zu mir selber stehe. Sogar meine Beziehung zur Quelle meines Lebens hängt davon ab, ob ich mich selber akzeptiere.
Ich brauche Liebe und Selbstwertgefühl für das Überleben. Wenn ich mich selber schätze und von Liebe erfüllt bin, wird sie überfließen und allen Menschen entgegenströmen, denen ich begegne.
Ich bin der Meister meiner Beziehungen. Ich übernehme die Verantwortung für meine schöpferische Kraft der Liebe und des harmonischen, ersprießlichen Umgangs mit allen Menschen.
8. S C H R I F T R O L L E
Heute beginne ich mit einer neuen Aufgabe. Ich bin sehr zufrieden, dass ich es bis hierher geschafft habe. Anfänglich war ich mir nicht ganz sicher, aber ich wusste, dass ich es schaffen würde. Dieser Junge hat das System aufgezeigt „Die Anschlagtafel der Personen und Dinge“. Mein Vorschlag, eigen mein Gedankengang war es, Personen zu erobern und sie nahe bei mir zu halten. Ohne mich dafür zu interessieren, wieviel List ich auch anwenden musste, um sie vollständig in meinen Besitz zu bekommen.
Jetzt weiss ich, wie man den Menschen Liebe schenkt. Ich muss sie nicht nahe bei mir haben und noch weniger ihnen ihre Freiheit rauben. Ich habe auch das vergessen: Gott versorgt uns nicht nur mit materiellen Dingen. Ich habe mich zum Sklaven gemacht, um mich um sie zu kümmern. Heute will ich sie frei lassen von meiner Betreuung und meinem Besitz. Heute weiss ich, dass alles, was ich mit diesen Menschen gemacht habe und die ganze Zeit, die ich vorgesorgt habe, verschwendete Zeit war. Die Liebe ist Sicherheit und Teilnahme und man darf nicht eifersüchtig sein, weil die Eifersucht nur Misstrauen und Ungewissheit schafft.
Ich muss verstehen, dass die ganze vergangene Zeit, die ich gewidmet habe, besetzt war - der Raum meines Lebens - und dass ich nicht einen Menschen hatte, der zu mir hätte kommen können. Und so, wie ich meine Gefühle zuschnitt, so habe ich mir auch den Raum, der mich umgibt, zurechtgemacht. Das Geben von Dingen, die mir nicht wichtig sind, an Bedürftige, und damit auch das Erlauben, was neu kommt, hat Platz bei mir. Das Haben von unentbehrlichen Dingen, damit man gut lebt, und was mir geschenkt wurde, sind nur „Moralwerte“ für mich. Heute mit Beginn der Aufgabe wird alles geändert. Heute kommt mir die Erkenntnis, dass mir nichts gehört und dass mich nichts geleiten wird, wenn mein Körper seine Mission hier beendet hat. Kein Reicher, der einzigen Tatsache des Reich-Seins, hat die Garantie glücklich zu sein. Das grösste Wertstück, welches ich anhäufte für längere Zeit, ist die Reinheit der Seele und das Kennen meiner Spiritualität. Die wahre Liebe ist die Liebe, die man gibt und nicht die, die man nimmt. Keiner ist glücklich ohne Liebe zu geben. Ich lasse Platz den anderen, damit sie etwas daraus machen können. Und das gibt mir mehr Freiheit.
9. S C H R I F T R O L L E
Dieser Tag soll sich fortsetzen in allen Bereichen meiner Aufgabe. Ja, dieser Tag soll sich fortsetzen in jedem Augenblick. Das Ausführen mit den Arbeitszielen physisch aber auch das Arbeiten mit dem Wissen und mit dem Gefühl. Das Realisieren aller Aktivitäten mit grossem Bestreben und meiner Sorgfalt, weil alles, was du machst am Tag, sollten Ausführungen mit Perfektion sein. Ich erlaube nicht, dass die Faulheit mich packt und mich dazu verführt, die Arbeit aufzuschieben für den nächsten Tag. Mein Herz singt die Hymne der Arbeit während ich arbeite.
Mit meinen Tätigkeiten produziere ich Dinge für mich und für die anderen und bin glücklich zu wissen, dass ich meine Tagesaufgabe erfüllt habe. In jedem Augenblick der Arbeit gebe ich all meinen Enthusiasmus und setze alle meine Kreativität sowie Geschicklichkeit und Kraft ein. Inbrünstig benütze ich meine Freude an den Arbeiten, die zur Wirklichkeit werden und mich somit einzigartig fühlen lässt. Meine Arbeit wird zur Existenz und zum Wohlbefinden meiner Nächsten beitragen. Ich werde mich bei denen bedanken, die mir Liebe gegeben haben. Ausserdem würdige ich meine physische Arbeit, welche mir hilft meinen Körper zu beherrschen. Ich erlaube nicht, dass das Alter oder die Abnutzung in meine Organe dringen; ich will jung und stark bleiben.
Es erlaubt kein Scheitern, was sich in meiner Aufgabe zeigt und dass etwas schlecht oder verfehlt ist. Ich arbeite an meinem Werk so lange, bis ich die Genugtuung erreiche und weiss, dass es den anderen auch gefällt. Wie konnte ich nur glauben, dass mein Werk hoch entwickelt ist für die anderen, wenn nicht einmal ich selbst übrigbleibe, um mich ihnen zu stellen. In jedem Moment denke ich, dass die Werkzeuge, die ich in meinen Händen halte, wie eine Leihe eines Gentlemans sind, ich nehme das Seine für meine Werke. Ich ernähre mich ausreichend von meinem Enthusiasmus und in keinem Moment verfalle ich, weil ich kritisiert oder verachtet werde, das ist kein Grund zur Mutlosigkeit oder zur Niedergeschlagenheit, sondern umgekehrt muss ich es nutzen, um zu erkennen, dass ich sorgsamer und kreativer in meinem Tun sein muss.
Für jede Anstrengung nehme ich einen Tropfen Liebe. Ich liebe meine Aufgabe, aber ich weiss auch es ist die Quelle, die mir das Brot gibt, die mich ernährt, die mir die Kleider für meinen Körper schenkt und das Dach, das mich schützt. Ja, und deshalb liebe ich sie noch mehr. Meine Ausdauer muss auch z. B. den anderen von Nutzen sein. Meine Fröhlichkeit steckt alle an, die mich umgeben und zwischen allen sättigen wir uns der Werkstätte der Fröhlichkeit und der Erschaffung, damit die Männer glücklich sind. Die Anerkennung und die Dankbarkeit, die mir gegeben wird, ich geniesse die Seele wie wenn sie Frischwasser wäre, die sich revitalisiert und das gibt mir noch mehr Kraft und Enthusiasmus.
Wenn jemand versucht, meine Kämpfe zu löschen, erreicht er nichts. Ich werde eine Wand erstellen, sodass alles was ich schicke wieder zurückkommt. Meine Beharrlichkeit ist voll mit Geduld und Liebe und niemand erreicht es, dass ich von meinen Zielen und Idealen Abstand nehme. Meine Bemühungen werden mit dem höchsten Gefühl der Unterstützung und Zuneigung verbunden und mein Denken wird vom Gefühl der höchsten Perfektion erfüllt sein. Heute wiederhole ich das eine wie auch das andere Mal die Hymne der Arbeit. Meine Ausdauer dient z. B. für die Menschheit. Heute ist der wunderbarste Tag meines Lebens.
Heute fühle ich mich tiefgründig begnadigt ICH BIN einzigartig. Ich diene meinem Leben mit meinem Körper, meinen Gefühlen und meinen Gedanken.
10. S C H R I F T R O L L E
Und gleich wie die Quelle meines Lebens ist auch der Glaube. Mein Glaube ist gross und ist unerschöpflich. Mein Glaube ist Vertrauen und Liebe gemischt. Während mein Herz fortlaufend Energie und die Kraft hat, zu schlagen, habe ich weiterhin voll das Vertrauen, mit der gesamten Effektivität zu verwirklichen. Ich anerkenne, dass ICH das Produkt des erstaunlichsten Wunders des Lebens bin und dass ich einerseits auf Grund meines Verstandes weiss, dass es ein Licht in meinen Erkenntnissen gibt und dieses von einer unerschöpflichen Quelle kommt, und ich bin andererseits vollständig davon überzeugt, dass ich immer vom Glauben erfüllt sein werde. Sie ist immer voll mit Glauben.
Ich bin sicher, dass ich meine grössten und wunderbarsten Arbeiten verwirklichen kann, und dass mein Lastwagen sicher und zielgerade fährt, und dass er mich zum absoluten Wohlbefinden bringt, wo die Fröhlichkeit und das Glück regieren. Wenn in irgendeinem Moment mich der Zweifel packt, schlage ich zurück mit Vertrauen und Liebe und ich erlaube es nicht, dass ich aufgehalten werde von Niedergeschlagenheit und Mutlosigkeit. Im ständigen Kampf sein, weil ich mich aufrechterhalte von der vollen Lebhaftigkeit und dem Enthusiasmus, damit sie mich zum Ausgang und zum Wohlstand geleiten. Mein Glauben ist Licht und bitte darum, dass es immer in mir bleibt. Das Licht erlaubt mir die Spiritualität und es ist standhaft und ist die Essenz, die meinen Körper ernährt. Meine Gefühle und meine Gedanken, um mit Eifer fortzufahren, überliefert mir mein Ursprung, wo ich herkomme.
Kein Schwanken ist in meinem Weg. Wie könnte ich triumphieren, wenn nicht ich selbst das schaffe, wozu ich mit positiver Wirksamkeit und Staunen fähig bin meine Arbeit auszuführen! Jede kleinste Tat, jede Anstrengung wird belohnt. Ich weiss, das ich sehr viel Zeit der Desillusion und dem Scheitern gewidmet habe. Die Zeit, die man aufbringt bis man die Früchte des Werkes blühen sehen kann, dauert lange, aber das hält mich nicht auf, weiter zu machen. Mit grossem Bestreben widme ich die Stunden des Tages, um den Gemüse- und Obstgarten zu pflegen. Ich bin glücklich, wo ich meinen Glauben verbreiten kann und der Moment kommt, wo ich die Früchte mit Standhaftigkeit einsammeln kann und sie in meinen Besitz nehme, wie ein Holzscheit, der den Scheiterhaufen ernährt.
Ich leugne kein Hindernis, welches sich mir in den Weg stellt und umgekehrt sind sie eine Herausforderung. Wie eine Herausforderung, die mich zum Sieg führt. Die Ergebnisse sind wie Prämien, die mir das Leben gibt und das stärkt mich, um meinem endgültigen Ziel zu folgen; und wenn ich am Ende meines Lebens angelangt bin, weiss ich, dass ich zufrieden sein kann, dann hinterlasse ich Steinkohle auf dem Boden, damit es denen auch noch dient, die nach mir kommen. Die Luft ist wie Wissen für meinen Körper und ohne sie könnte ich nicht leben. Und so passe ich meinen Glauben an. Der Lebensunterhalt ist unerlässlich für meine Existenz und ohne ihn würde ich mich fühlen wie ein Vogel ohne Flügel, wie eine unverdünnte Form, wie ein Schiff, welches abgetrieben wird, wie ein Leben ohne Sinn. Heute kommt die Hoffnung des Triumphes. Heute steigt der Standart meines Glaubensgebäudes. Heute habe ich den Glauben, dass Gott mir in meinem Weg hilft.
11. S C H R I F T R O L L E
Die Sehnsüchte sind erhaben und sie bringen mich zur Kristallisation meiner teuersten Zielbereiche. Die Wünsche sind klein und sie senken die schmerzhaften Dinge, die Verborgenheit, die Dunkelheit, die Trübsinnigkeit und die Verwüstung. Der Wunsch ist die Ursache, die Blockierung. Jeder ernährt sich mit den Früchten aus seinem Garten. Während langer Zeit säte ich in meinem Garten die Saat, die schlechte Pflanzen hervorbrachte, die mein Leben erstickten und im finsteren Abgrund meiner Schuld versenkten. Aber das war in der Vergangenheit, das ist lange her. Wo mein Gewissen das neue Licht bekommt, beginne ich in meinem Obst- u. Gemüsegarten, welcher mir gute Pflanzen und Früchte schenkt. Ich habe Zeit gewidmet, um das Unkraut zu jäten, welches meinen neuen Ziergarten erstickt. Einige haben mich schon gefragt, ob es das ist, was ich suche, andere haben an meinem Leben teilgenommen um zu wissen, was es ist, was ich mache, wenn sie gesehen haben, dass der Wechsel sich in meinem Gesicht, in meinem Leben widerspiegelt. Die Wenigsten haben mich kritisiert und meine Anwesenheit zurückgewiesen. Andere haben sich mir noch mehr genähert und ahmen meine Arbeit nach. Nachher verstand ich, wie sich der Wandel in meinem Leben günstig ausgewirkt hat, für mich und die, die sich um mich bewegen. Auch verstehe ich, dass es meine Aufgabe ist, meine neuen Gewohnheiten zu teilen und diese, welche z. B. sich als guter Dienst erweisen noch zu verbessern.
Wenn ich alleine bin, dann sorge ich für meinen Garten. Ich reisse die schlechten Gräser aus und bewässere und betreue ihn mit Sorgfalt. Es ist meine Verantwortung, ihn zu erhalten. Es sind andere Zeiten der Arbeit. Ich habe eine Werkstatt erschaffen, die andere teilnehmen lässt, sie sind gleich wie ich. Wir wollen unsere Wünsche zerstören. Unsere Ideen sind ähnlich. Wir kämpfen für die Eroberung unserer Freiheit. Wir wollen keine Sklaven unserer Wünsche sein. Wenn wir versammelt sind, beichten wir unsere Siege und unsere Gefühle, den Hochmut zu dominieren und die Bestie zu zerstören, Stück für Stück. Und unsere Stimmen rufen aus: Heute war nicht eine Geizhandlung. Heute kam kein Häftling der Unzucht.
Ich behalte den Frieden mit dem Gedanken, Beleidigungen bekommen zu haben. Ich gebe den anderen mit Demut. Die Faulheit gewinnt nicht den Sieg über mich. Ich habe gefühlt, dass die Gefrässigkeit drinnen in mir brüllt, aber sie verführt mich nicht. Ich schaffe es mein Wohl einzuteilen! Ich darf mich nicht erwischen, den Neid in Betracht zu ziehen, ein besseres Wohlbefinden in anderen zu sehen! Ich teile das Boot mit dem, der meinen Weg kreuzt. Unsere mutigen Beichten geben Triebkraft für jene, die sich von der Bestie ernähren und sich entkräften, weil sie am Ideal festhalten wollen.
Stück für Stück finden wir die Freiheit und zerstören die Ketten der Sklaverei. Wir wollen frei sein und alle Freiheit der Welt haben. Das ist, weil unsere Gebete zum Allerhöchsten heranwachsen, im Mittagsgebet, wo unsere Herzen knospen, wie ein Säuseln und nachher behaupten wir: Meine Wünsche sind nicht meine Wirtsleute. ICH BIN frei zu unterhalten mit den Fähigkeiten, die mir das Leben bereitet. Ich geniesse die Freiheit. ICH BIN frei, um mir die Freiheit auszusuchen. ICH BIN frei, ich bin in Frieden mit der Welt. Die Wünsche erreichen nicht, mich an leere Versprechen zu fesseln, die den Bedarf decken.
12. S C H R I F T R O L L E
Heute fühle ich mich freudestrahlend und erfüllt. Heute kann ich sagen, ich lebe im Himmelreich. Heute habe ich gefühlt, dass mein Bewusstsein mehr als das Jenseits des eigentlichen Universums überschreitet. Ich glaube fest daran, dass ich alle Einschränkungen aufgeben könnte, mit denen mein Charakter mein Leben beengt hat. Ist es, dass meine Arbeiten nicht erfolglos waren und dass ich mir mein Brot würdevoll verdient habe. Das Licht, das grosse Licht, hat in mein Bewusstsein geleuchtet und hat das Glück und die Erfahrung geschenkt, das Reich der Bedingungslosigkeit zu kennen‚ ein Schloss des Friedens. Pflanze ich wunderbares Saatgut in meinem Garten, werde ich ihn in einen Garten Eden verwandeln. Jetzt kann ich verstehen, dass jeder Grundsatz im Gedanken ist und dass die Aktionen nur Produkte von ihnen sind. Das, was ich jeden Tag aufs Gute wiederhole, ist, was ich im Moment und in der Zukunft bin. ICH BIN ein wunderbarer Baum. Ich bin geboren, gewachsen und habe Früchte getragen als Dank für die Quelle des Lebens. Die Welt hat mir eine Ehrerbietung bereitet, weil ich darum gebeten habe. Keine Beklemmung in mir, nicht eine, wenn sich die Sachen nicht günstig zeigen. Es sind Auswirkungen von vergangenen Ereignissen, die sich in meinem Bewusstsein generieren.
Mein Frieden ist unveränderlich, er ist und wird mein ewiger Gott sein und niemals wird er mir abhanden kommen. Die Liebe keimt in meinem Herzen wie die unerschöpfliche Quelle und sie artikuliert sich durch meine Worte in meinen Gedanken und Aktionen. Sie strömt aus durch alle Poren meiner Haut. Heute fühle ich mich erstrahlt vor Fröhlichkeit. Heute entdecken meine Augen in jedem Ding und in jeder Person, welche kommt, die Schönheit und die Harmonie, die Perfektion und die Liebe: und wenn meine Augen einen Fehler entdeckt, schliesse ich sie und öffnen sie von neuem, er verschwindet, und integriert sich und hinterlässt einen Lichtstrahl. Ich nehme, was ich ausgesät habe. Mein Ertrag ist authentisch, reichhaltig und dauerhaft.
Gesegnet sei das Leben, weil es IST. Ich schütte auch meine Segnungen aus, an mich. Es ist das, was aus Liebe geschaffen ist, aus unendlicher Liebe. Die Lobpreisungen und meine Dankbarkeit erheben sich zu meinem Herzen, weil ohne IHN wäre ich nicht. Gesegnet sei deine Liebe und deine Barmherzigkeit. Ich fühle mich ergriffen und erfüllt mit Nachgiebigkeit und Dankbarkeit. Gesegnet sei die Welt. Gesegnet sei das Leben. Gesegnet sei die Quelle des Lebens. Gesegnet sei der Brunnen, aus dem alles entsprungen ist. Heute BIN ICH im unendlichen Frieden mit Gott.
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Die Lehre des Origenes (Deutsch)
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Die Lehre der Wiedergeburt und das 5. Konzil von 553 in Konstantinopel
Vorwort
Reinkarnation (wieder geboren werden) bedeutet Hoffnung für den Menschen. Die ewige Verdammnis oder die Hölle bzw. das Fegefeuer, wie es im christlichen Glauben verstanden wird, gibt es nicht. Die Hölle ist unser Leben, wenn es zur Qual wird, und das Fegefeuer, das Purgatorium ist der Umwandlungsprozess, den wir durchschreiten, - in jeder neuen Inkarnation – wenn wir dazu bereit sind. Das Hinaufsteigen zur Göttlichkeit geht über den Weg des Wiedergeborenwerdens. Denn das Universale Sein des Menschen ist Göttlich und Menschlich.
In den christlich-orthodoxen Glaubensrichtungen ist dieses Wissen bedauerlicherweise verloren gegangen.
Möge Ihnen, geehrter Leser, geehrte Leserin, dieses kleine Schrifttum einen Einblick in ein uraltes Wissen geben, das seit jeher für die Menschheit gegolten hat.Wie die Reinkarnation (Wiedergeburt) aus dem christlichen Glauben verbannt wurde. -----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Ausgangslage
Gnostische1 Gruppen kannten die Lehre der Reinkarnation, welche in der orphisch-pythagoreischen Tradition Griechenlands geläufig war. Die Reinkarnationslehre war in der Antike stark verbreitet. Herodot fand sie bei den Ägyptern und Vergil zitiert sie in der Äneis. Auch im antiken Nordafrika, Vorder- und Mittelasien, von Anatolien (Türkei) und Ägypten bis nach Persien war die Seelenwanderung allgemeines Gedankengut. Die Katharer im Hochmittelalter kannten sie ebenfalls und esoterische Kreise halten noch heute daran fest .
Die Reinkarnationslehre geht aber auch auf die strittigen Lehren des Origenes zurück, die das 5. und das 6. Jahrhundert stark beschäftigten. Die strittige Frage nach Diekamp lautet: Wurde (Herakles) Origenes und seine Irrlehren am fünften ökumenischen Konzil von 553 von Konstantinopel aufgrund ausreichender Beratungen verurteilt oder nicht. Diekamp spricht davon, dass es eine schwierige und verwickelte Frage sei, die er wagt in Angriff zu nehmen. Er bedient sich dabei eines bereits bestehenden Dokumentes, das bis dahin für diesen Zweck nicht benutzt wurde .
Die Protokolle – so Diekamp – der acht Sitzungen des Konzils von Konstantinopel von 553 enthielten nichts darüber. In der fünften Sitzung werde zwar erwähnt, dass Origenes von den anwesenden Bischöfen verurteilt wurde. Der Schluss wäre deshalb naheliegend, dass es sich bei diesen Beratungen um das kaiserliche Edikt von Justinian I. gegen Origenes von 543 drehte. In der achten Sitzung werde er mit anderen Häretikern erwähnt und mit dem Anathem (Kirchenbann) belegt, über die aber am 5. Konzil nicht verhandelt worden war. Daraus zu schliessen, es seien gründliche Beratungen vorausgegangen, ginge zu weit.
Die Akten des Konzils von 553 sind erstmals im Jahre 1567 durch Laurentius Surius veröffentlicht worden. Die mittelalterlichen Gelehrten zweifelten nicht an der Verurteilung des Origenes von Antiochien am 5. Konzil. Da aber die neu veröffentlichten Protokolle nichts dergleichen enthielten, begann ein Meinungsstreit.
Vereinzelte Richtungen vertreten indessen die Meinung, dass die Reinkarnationslehre als Folge des ersten ökumenischen Konzils von 325 in Konstantinopel unter Kaiser Konstantin, an welchem das Glaubensbekenntnis festgeschrieben wurde, von den „Korrektoren“ aus dem Kanon gestrichen wurde10, und andere vertreten den Standpunkt, dass die Reinkarnationslehre am Konzil zu Chalcedon (451) bekräftigt wurde. Am Konzil von Chalcedon, dem vierten der früheren Konzile waren ca. 520 Bischöfe oder deren Vertreter anwesend. Zu den wichtigsten Beschlüssen gehörten die Bestätigung des Glaubensbekenntnisses von Nizäa (325) und des Glaubensbekenntnisses von Konstantinopel (381), die Verdammung des Monophysitismus (vgl. dazu FN 30 hinten) und die Bekräftigung, dass die christliche Kirche das natürliche Gesetz der Wiederverkörperung anerkennt.
Wer war Origenes?
Origenes (ca. 185 – 254) war ein alexandrinischer Lehrer und ist der christlichen Kirche als umstrittener Kirchenlehrer und Kirchenvater bekannt. Er war ein Schüler des geheimnisvollen Philosophen Ammonius Saccas aus Indien, auch Ammonius der Saker genannt, und des Clemens von Alexandrien (ca. 150 – 214). Mit Origenes soll zu Beginn des zweiten Jahrhunderts eine neue Phase der Hellenisierung des Christentums begonnen haben, deren Hauptherd die Katechetenschule zu Alexandrien war. Origenes lehrte die Präexistenz der Seele und die Apokatastasis, der Leugnung der Ewigkeit der Höllenstrafen, womit er die Gleichwerdung des Menschen mit dem Christo nach dem Tode (durch die Apokatastasis) vertrat. Seine Lehren stützten sich auf die grossen griechischen Philosophen Pythagoras, Plato und Plotin ab. Von Origenes Schriften ist leider nur noch ein Bruchteil vorhanden, da ein Grossteil seiner Schriften zufolge der Reinkarnationslehre vernichtet wurden .
Der Kirchenhistoriker namens Sokrates hat Origenes mit überschwänglichen Worten gewürdigt. Diekamp spricht von einem grossen Meister. Die Kreise, die die origenistischen Lehren im fünften und sechsten Jahrhundert vertraten, waren gegen Schluss vorwiegend in Palästina und Syrien beheimatet, vertreten durch vier Mönche, darunter Leontius von Byzanz, die insgeheim Anhänger der Lehren Origenes‘ waren. Diese wurden deswegen aus ihrem Kloster vertrieben und 542 an einer topischen Synode um den Patriarchen Ephraim von Antiochien verurteilt.
Die origenistischen Streitigkeiten
Kaiser Justinian hat mehrere theologische Schriften verfasst, darunter ein Liber adversus Originem, adressiert an den Patriarchen Menas von Konstantinopel, und verfasst in den Jahren um 543. In dieser Schrift zählte Justinian alle Häresien gegen Origenes auf und belegte sie in zehn Anathematismen mit dem Kirchenbann. Die zehn Jahre später verfassten 15 Anathematismen des 5. ökumenischen Konzils von 553 passen nicht nur zu dem Brief des Kaiser Justinians, den er an die Bischöfe des Konzils richtete, sondern decken sich vielfach mit den Anathematismen Justinians gegen Origenes, welche dem Brief beigefügt waren. Weiter hat er einen Brief an eine Synode gegen Origenes gerichtet, deren Datum umstritten ist. Dr. Alivisatos neigt eher dazu zu glauben, dass es sich hier um einen Anhang an den vorgenannten Libellus dreht (vgl. aber hinten, wo dargelegt wird, dass es sich um den gleichen Brief an die Bischöfe handelte, die am Konzil teilnahmen).
Die origenistischen Streitigkeiten dauerten bis zum Tode des Hl. Johannes Chrysostomos, Bischof von Konstantinopel, im Jahre 407. Origenes war hochgepriesen, aber auch geschmäht. Die christologischen Kontroversen beherrschten die Schauspielbühnen. Im allgemeinen führte der Origenismus im 5. Jahrhundert aber ein sehr verborgenes Leben. Erst im 6. Jahrhundert entfaltete sich der Origenismus zu neuer Blüte.
Das kaiserliche Edikt von 543
Der Hl. Sabas, Abt einer LAURA (Kloster) in Jerusalem wurde vom Kaiser JUSTINIAN nach Rom berufen. Er nahm einen der vier Mönche mit auf die Reise, namens LEONTIUS, der sich in einer von Kaiser Justinian initiierten Diskussion zwischen den Orthodoxen und den Monophysiten zu den Lehren des Origenes bekannte. Sabas verstiess daraufhin Leontius und versprach dem Kaiser, dass er wie den Arianismus (vertrat die Lehre der Präexistenz der Seele nicht), auch die Häresien des Origenes vollkommen ausrotten werde. 531 kehrte dann Sabas mit den erbetenen kaiserlichen Dekreten zurück. Im Auftrage des Bischofs und des Erzbischofs machte er dann eine längere Reise durch Palästina, um die Dekrete bekannt zu machen. Nach kurzer Krankheit starb er dann am 5. Dezember 532. Nach dessen Tode wurden alle Mönche der neuen Laura Origenisten.
Unter dem wirksamen Schutze der heimlichen Origenisten Domitian, Bischof von Ankyra und dem allmächtigen Theodoros Askidos, Bischof von Cäsaräa, die am Hofe des Kaiser Justinians residierten, konnte sich die origenistische Lehre in Palästina verbreiten. An einer Synode in Gaza (Ostern 542) kamen auch Mönche von Jerusalem mit Excerpten (Auszügen) aus Origenes‘ Schriften, welche eine Verurteilung Origenes‘ durch den Kaiser wollten. Der Diakon Pelagius nahm sich dieser Sache vor dem Kaiser an, ebenso der Patriarch Menas von Konstantinopel, beide aus dem gleichen Motiv, nämlich aus Eifersucht gegen den allmächtigen Theodoros von Askidos. Kaiser Justinian erliess daraufhin im Jahre 543 auf der Synode der Ostkirche das Edikt gegen Origenes und belegte jene Kapitel mit dem Anathem (Kirchenbann). Die Bischöfe von Palästina mussten gemäss der Weisung Justinians ihren Beitritt erklären und es ist anzunehmen, dass alle anderen Episkopate der übrigen Patriarchate, die vom Origenismus nicht „infiziert“ waren, bereitwillig unterschrieben. Es kam eine Verdammung Origenes‘ und seiner Irrlehren durch die Gesamtkirche zustande. Auch Theodoros Askidos und Domitian unterschrieben das Edikt. Im Februar 543 wurde das Edikt in Jerusalem publiziert.
Dieses kaiserliche Edikt ist eines der wichtigsten Dokumente der Politik Justinians. Der Erlass enthält einen didaktischen Teil und anschliessend die Verfügung. Im didaktischen Teil widerlegt Justinian die Lehre der Präexistenz der Seele unter Beizug verschiedener Stellen aus der Hl. Schrift. Kürzer ist die Leugnung, dass die Himmel, Sonne, Mond und Sterne und die Wasser über den Himmeln von gewissen „vernünftigen Kräften“ belebt seien. Die origenistische Leugnung der Ewigkeit der Höllenstrafen findet eine scharfe Zurückweisung.
Wörtlich lauten das 1. das 2. das 3. das 9. und das 10. Anathema wie folgt:
Wenn jemand sagt oder meint, die Seelen der Menschen präexistieren, sie seien zuvor nämlich Geister und heilige Kräfte gewesen, haben dann aber der göttlichen Anschauung überdrüssig, sich zum Schlimmeren gewendet, und seien, weil dadurch die göttliche Liebe erkaltet sei, Seelen genannt und zur Strafe in Leiber hinuntergeschickt worden, so sei er Anathema. Wenn jemand sagt oder meint, dass die Seele des Herrn präexistiert habe, und vor der Menschwerdung und der Geburt aus der Jungfrau mit dem Gott Logos vereinigt gewesen sei, so sei er Anathema.Wenn jemand sagt oder meint, zuerst sei der Leib unseres Herrn Jesus Christus in dem Mutterleibe der heiligen Jungfrau gebildet worden, und hernach habe sich der Gott Logos und die präexistierende Seele mit ihm vereinigt, so sei er Anathema. Wenn jemand sagt oder meint, die Strafe der Dämonen und der gottlosen Menschen sei eine zeitliche und werde einmal ein Ende haben, m. a. W. es werde eine Apokatastasis der Dämonen oder der gottlosen Menschen eintreten, so sei er Anathema. Anathema auch dem Origenes, der auch Adamantios heisst, der dieses gelehrt hat, samt seinen abscheulichen, verfluchten und lasterhaften Dogmen, und jeder Person, die dieses denkt oder verteidigt oder überhaupt auf irgend eine Art zu irgendwelcher Zeit hiefür einzutreten wagt!
Aufgrund besonderer Umstände und besonderer Machenschaften des Theodoros Askidos gelang es den origenistischen Mönchen trotz des kaiserlichen Ediktes und ihrer Verbannung aus den Klöstern - da sie sich dem Edikt nicht beugten - sich in Palästina in der neuen Laura zu etablieren und praktisch in alle Klöster wieder einzuziehen. Dadurch, dass Theodoros nun die Gegnerschaft der Origenisten kannte, schaffte er es, diese lahm zu legen. Es gab aber auch Bestrebungen, die Verdammung des Origenes und seiner selbst ungeschehen zu machen, indem man versuchte gegen Theodoros von Mopsuestias, der u.a. auch eine Schrift gegen Origenes verfasste und der ebenfalls an dieser Synode verurteilt wurde, eine Bewegung ins Leben zu rufen.
Das 5. Oekumenische Konzil von Konstantinopel von 553
Wie kam es zur erneuten Verurteilung der Lehren des Origenes am 5. ökumenischen Konzil von Konstantinopel?
Inzwischen starb Nonnos (547), der Hauptführer der Origenisten in Jerusalem. Danach trennten sich die Origenisten in die ISOCHRISTEN und die PROTOKTISTEN. Die dogmatischen Anschauungen, die die beiden Lager trennten, sind allerdings nicht hinreichend bekannt. Die Protoktisten kehrten sich von der Lehre der Präexistenz der Seele ab und verbündeten sich mit den Orthodoxen, während die Isochristen daran festhielten. Die Lehre der Apokatastasis blieb beim Abschwur der Protoktisten indessen unerwähnt, es scheint aber, dass sie auch dieser Lehre widersprachen, da sie dem Christus in der Schöpfungsgeschichte eine exzeptionelle Stelle gewährten.
Der allmächtige Bischof Theodoros Askidos unterstützte die Isochristen und verlieh ihnen zahlreiche Bischofssitze und Abteien in Palästina, wodurch sie das Übergewicht in Palästina erhielten. Die origenistischen Mönche hatten freie Hand und predigten ihre Lehren wo auch immer sie waren, so dass orthodoxe Anhänger mitunter als Sabaisten verteufelt wurden, was bis zu handgreiflichen Auseinandersetzungen führte, ja bis zu Todesfällen.
In dieser Bedrängnis wendeten sich die Orthodoxen an den Kaiser. Als ihr Vertreter begab sich der Abt Gelasius im Jahre 546 nach Rom, der aber nicht bis nach Rom kam. Theodoros Askidos verhinderte, dass er in Rom empfangen wurde. Gelasius starb auf der Rückkehr nach Jerusalem. Die Ereignisse überstürzten sich dadurch einmal mehr und an die Stelle des Abtes Melitas trat im Februar 547 ein Origenist namens Georgius, der sich aber nicht bewährte. Der neue Nachfolger Kassians wurde vom Patriarchen ernannt, starb jedoch bereits am 20. Juli 548. Durch diese Ereignisse erhielt der Lyriker und Abt Konon, weltberühmt geworden durch seine orthodoxen Lehren, Aufschwung und es gelang ihm die zerstreute Herde des Sabas wieder zu vereinen. Schliesslich überreichten er und seine Gefährten dem Kaiser im September 552 ein Libellus (kleine Schrift; Büchlein), eine Klageschrift, worin sie die gesamte Gottlosigkeit der Origenisten aufgezeigt hatten. Das 5. Konzil war zu diesem Zeitpunkt bereits einberufen. Nach Schluss des Konzils schickte der Kaiser die Akten nach Jerusalem, da sich der dort verantwortliche Patriarch Eustochios nicht an der Synode befand. Dieser kehrte vor Beginn des Konzils zurück, da seine Anwesenheit zur Behandlung der Streitigkeiten der Orgenisten erforderlich war. Eustochios war übrigens auf Vorschlag von Konon und seinen Gefährten von Kaiser Justinian als Patriarch genehmigt worden, vermutlich im Dezember 552. Eustochios versammelte alsdann in Jerusalem die Bischöfe. Es haben alle bis auf einen (der später verdammt wurde und in einem Erdbeben ums Leben kam), mit ‘Hand und Mund‘ die Beschlüsse bestätigt. Die Mönche der neuen Laura widersetzten sich indessen den Beschlüssen. Acht Monate kämpfte Eustochios vergebens um die Anerkennung durch die Mönche bis er sie dann kraft kaiserlichen Edikts im März 554 vertrieb. Damit war den klösterlichen Genossenschaften Palästinas der langentbehrte Frieden wieder gegeben und der Origenismus hat sich seither nicht mehr zu grösserer Bedeutung aufzuschwingen vermocht.
Die Synodalsentenz gegen die Origenisten
Die Echtheit der Handschriften
Die Lehren des Origenes sind an der 7. Sitzung im 11. Anathem (Kirchenbannfluch) verurteilt worden. Das Konzil tagte vom 5. Mai bis zum 8. Juni an 8 Sitzungen. Ob die Sitzungen protokolliert wurden, ist ungewiss.
Es wurde auf verschiedene Weise versucht, die Verurteilung des Origenes und seiner Lehren als Fälschung hinzustellen. Diekamp bedient sich m. E. einer guten Beweisführung, um darzulegen, dass die Wiedergeburtslehre erneut am 5. ökumenischen Konzil von Konstantinopel verurteilt worden ist. So verweist er auf die allg. Synode zu Konstantinopel von 681, die eine Lesung der Akten des 5. Konzils von Konstantinopel veranlasste. Dieses Ergebnis wurde an der 14. Sitzung vom 5. April 681 festgehalten. Hauptgegenstand der Untersuchung war, ob die Briefe des Papstes Vigilius von ROM, die er Justinian und der Theodora überreichte, echt wären. Diese Frage kommt auf, weil Papst Vigilius sich weigerte am Konzil teilzunehmen, weil es nach seinem Dafürhalten eine ureigene Sache des Kaiser Justinian war. Das Untersuchungsergebnis stellte aufgrund eines Vergleiches mehrerer Exemplare die Echtheit der Handschriften fest.
Bezüglich der Verurteilung des Origenes versuchte man zu behaupten, der Name Origenes sei hinzugefügt worden, da er im 11. Anathem als letzter erwähnt wurde. Weiter führte man ins Feld, dass das Anathem gegen Origenes den ureigensten Wünschen des Theodoros Askidos widersprach und gegen den Willen dieses Mannes nicht durchgesetzt werden konnte. Und schliesslich wollte man einwenden, dass ein Brief, der vermutlich schon um 551 geschrieben wurde, bei der Auflistung der zu verdammenden Häretikern den Namen des Origenes nicht enthält. Dem ersten Einwand ist zu entgegnen, dass es folgerichtig ist, dass zuerst die anderen Häretiker genannt wurden, welche noch nicht verurteilt waren, weil Origenes bereits in einem kaiserlichen Edikt des Jahres 543 verurteilt worden ist. Zum zweiten Einwand ist festzuhalten, dass Theodoros‘ Position der Ereignisse wegen nämlich der eigenmächtigen Inthronisierung des Bischofs Makarios in Jerusalem durch die Origenisten und die anschliessenden Unruhen geschwächt war, so dass sein Einfluss in dieser Zeit nicht stark genug war. Zum letzten Einwand sei erwähnt, dass eine erneute Verurteilung von Origenes durch die Klagen der palästinensischen Mönche aufgrund eines separaten Briefes Kaiser Justinians an die Synode folgerichtig auch auf Origenes ausgedehnt wurde.
Des weiteren führt Diekamp an, dass bereits am Laterankonzil von 649 die vierzehn Anathematismen der 5. Synode zitiert wurden. Er stellt ausserdem fest, dass sämtliche verglichenen Handschriften die angefochtenen Stellen enthielten.
Zeugnisse einer eingehenden Behandlung der origenistischen Angelegenheit auf der fünften Synode selbst
Bei dem eingangs erwähnten zweiten Brief gegen Origenes handelt es sich um den Brief an eine Synode gegen Origenes. Die Verteidiger, dass das 5. Konzil die Wiedergeburtslehre nicht verdammt hat, versuchten darzulegen, dass dieser Brief einen Anhang an das Edikt Justinians des Jahres 543 darstellt. Diekamp widerspricht dem und zeigt aufgrund einer Gegenüberstellung des Briefes und der 15 Anathematismen des Konzils und unter Berücksichtigung des Ediktes vom Jahre 543 auf, dass es sich beim genannten Brief um jenen an die Synode selbst von Konstantinopel drehen muss. Dr. Alivisatos neigt eher dazu, diesen Brief als Anhang zum Liber aus dem Jahre 543 zu sehen. Dieser These kann nicht gefolgt werden, da Diekamps Gegenüberstellung dem überzeugend widerspricht.
Unter Verweis auf Knecht sei der Brief – so Diekamp – fast seinem gesamten Inhalte nach verschieden vom kaiserlichen Edikte und ziele in erster Linie auf die Verurteilung der Anschauungen gewisser Mönche in Jerusalem, die ihre Lehren auf die Philosophen Pythagoras, Plato und Plotin und auf die Lehrer von Origenes abstützten, während das Edikt in erster Linie Origenes verurteile. Ein Grossteil der erlassenen Anathematismen ist deckungsgleich mit dem Briefe. Nur gerade bei vier Anathematismen konnte eine Übereinstimmung mit dem Edikte festgestellt werden. Die zusätzlichen Anathematismen sind mit ziemlicher Sicherheit auf den Libellus der orthodoxen resp. protoktistischen Mönche Palästinas zurückzuführen, die 552 beim Kaiser vorstellig wurden. Die Zusammengehörigkeit ergibt sich auch daraus, dass sich die Anathematismen gegen die Parteidogmen der isochristischen Mönche Palästinas, die ihre Dogmen erst ab 547 entwickelten, richteten. Schon das allein deutet darauf hin, dass zwischen dem Brief und dem Edikte ein Zeitablauf einzufügen ist. Die auf diese Weise erfolgte Wiederbelebung gab genügend Anlass, Origenes und seine Anhänger erneut zu verurteilen. Origenes wird bei der Aufforderung zur Verurteilung an die Bischöfe von Justinian namentlich erwähnt und als gottlos bezeichnet. Damit sind er und seine authentischen Irrlehren noch einmal mitverurteilt worden.
Folgende Zusammenfassung des Briefes von Justinian zeigt die wesentlichen Unterschiede zum Edikte von 543 auf, weist aber ausdrücklich noch einmal auf die Lehre der Präexistenz und der Apokatastasis hin.
„Die origenistischen Mönche behaupten, geistige Wesen ohne Zahl und Namen haben ursprünglich durch die Identität der Substanz, Kraft und Wirksamkeit, durch die Vereinigung mit dem Gott Logos und seine Erkenntnis eine Einheit gebildet. Als sie der göttlichen Liebe und Anschauung überdrüssig wurden und sich zum Schlimmeren wandten, wurden sie nach dem Grade des Falles mit feineren oder gröberen Leibern umkleidet, wodurch die Unterschiede zwischen Engeln, Sonne, Mond, Gestirnen, Menschen und Dämonen entstanden. Nur ein einziger .... aus der ganzen .... der Vernunftwesen verharrte unerschüttert und unentwegt in der Liebe und Anschauung Gottes; er ist Christus, König, Gott und Mensch geworden. – Eine völlige Vernichtung der Leiber wird eintreten. Der Herr selbst legt zuerst seinen Leib ab, gleich ihm alle übrigen. Alle kehren wieder in dieselbe .... zurück und werden .... , wie sie es in der Präexistenz waren. Selbst der Teufel und die Dämonen treten in dieselbe ... zurück, die schlechten und gottlosen Menschen nicht minder wie die göttlichen und gotterfüllten Männer und die himmlischen Mächte. Sie werden dieselbe Vereinigung mit Gott erlangen, die Christus hat, ebenso wie in der Präexistenz, so dass ganz und gar kein Unterschied zwischen Christus und den übrigen Vernunftwesen bestehen wird, weder in der Substanz, noch in der Erkenntnis, noch in der Macht, noch in der Wirksamkeit “.
Auch hier versuchten die Gegner, den Brief nicht Justinian zuzuordnen, was Diekamp widerlegt, indem er den praktisch deckungsgleichen Ingress zwischen dem Edikte und dem Brief an die Synode nachweist.
Zahlreiche spätere Schriftsteller und Gelehrten sprechen davon, dass am 5. Konzil die Lehre der Präexistenz verdammt wurde. Schon 557 meldete Kyrillos v. Skythopolis von Jerusalem, dass die 5. Synode den Theodoros von Mopsuestia, wie auch den Origenes und die Lehren des Evagrios v. Didymos über die Präexistenz und die Apokatastsis mit dem Anthem getroffen habe. Ein ausserordentlich wichtiger Bericht eines Kirchenhistorikers und Advokaten in Antiiochien namens Evagrios, 17 jährig, also ein Zeitgenosse, und streng orthodoxer Gesinnung (!), der mit hoher Wahrscheinlichkeit die Akten vor sich hatte, berichtet entsprechendes. Zufolge seiner orthodoxen Gesinnung ist kaum anzunehmen, dass er anderes berichtet als er gelesen hat. Auch ihm wollte man eine Verwechslung mit dem Edikt 543 andichten. Weiter: Der Patriarch Elogios aus Alexandrien (580 - 680) schreibt wörtlich: ... „ und es ward die selige fünfte Synode gehalten unter dem Kaiser Justinian gegen Origenes, Dydimos und Evagrios, die Thoren, die da schwätzen, unsere Seelen existierten früher, als die Leiber in den Himmeln und die Strafe, die ewig ist, habe ein Ende. Alles dies verwarf die von Gott inspirierte Synode“. Diekamp untersucht weitere Zeugnisse des 7. und des 8. Jahrhunderts und der folgenden Jahrhunderte, die zeigen, dass sich die Verbannung der REINKARNATIONSLEHRE am 5. oek. Konzil in Konstantinopel überliefert hat. Er weist aber auch nach, dass tatsächlich bei alten Schriftstellern die Synoden von 543 und 553 verwechselt wurden.
Zusammenfassung
Zusammenfassend kann festgehalten werden,
dass das kaiserliche Edikt gegen Origenes und seine Irrtümer im Januar 543 zur Verdammung des Origenes unter dem Patriarchen Menas von Konstantinopel führte. Sämtliche Patriarchen und auch der Papst Vigilius in Rom stimmten dem EDIKTE zu, und unterzeichneten es. Es ist deshalb zu schlussfolgern, dass das Gesamtepiskopat die vom Kaiser bezeichneten Irrtümer des Origenes verworfen und ihn selbst mit dem Banne belegt hat. Diekamp führt dazu aus, dass diese Einmütigkeit, soweit es die Glaubenslehre betrifft, als ein definitives, unfehlbares allgemein verbindliches Urteil gelten muss.dass trotz des Ediktes die Streitigkeiten jedoch in Palästina andauerten; nach dem Tode des Nonnos im Jahre 547 spalteten sich die Origenisten in die ISOCHRISTEN und die PROTOKTISTEN. Letztere verbündeten sich mit den Orthodoxen, da die Isochristen die Überhand erreichten und durch die eigenmächtige Erhebung des Makarios auf den dortigen Bischofsstuhl die Aufmerksamkeit Justinians wieder auf sich zogen. Die Isochristen verbreiteten die Lehre des Origenes weltweit. Das war im November oder Dezember 552. Ein halbes Jahr zuvor hatte der Kaiser die ökumenische Synode einberufen, zu einem Zeitpunkt als die Origenistenfrage noch nicht aktuell war. Der Brief an die Bischöfe, in dem er diese aufforderte, die Irrlehren der palästinensischen Mönche zu verdammen und den beigefügten Anathematismen zuzustimmen, erfolgte demnach erst später. In diesem Brief verlangt er in erster Linie die Verdammung der Lehren der damaligen Origenisten in Palästina. Origenes wird kaum erwähnt, obschon auch über ihn der Kaiser das Anathem fordert. Die Bischöfe, die zum Konzil geladen wurden, haben den kaiserlichen Auftrag ausgeführt. Über die Verhandlungen ist nicht viel bekannt. Nach der Erzählung des Kirchenhistorikers Evagrios ist anzunehmen, dass den Bischöfen der Brief des Justinian und der Libellus (Büchlein, kleine Schrift) der Isochristen und die 15 Anathematismen vorlagen. Papst Vigilius war an den Sitzungen nicht persönlich anwesend, da er sich gegen die Verwerfung der Dreikapitelslehre wehrte und die Synode als eine ureigene Sache des Justinian betrachtete. Aufgrund der Aussagen von Theodoros Askidos, des Kirchenhistorikers und Advokaten Evagrios ist davon auszugehen, dass er vorab zu der Verdammung der Irrlehren der palästinensischen Mönche seine Zustimmung erteilte. Diekamp stellt die These auf, dass die Beratungen betr. der Verdammung der Lehren des Origenes der Eröffnung der eigentlichen Synode betr. des Dreikapitelstreites am 5. Mai 553 vorausgegangen sind, aber nicht früher als im März 553 anzusiedeln seien. Dass im 11. Anathem Origenes zusätzlich zu den bereits 551 verdammten Häretikern erwähnt wird, weist darauf hin, dass in der Zwischenzeit Beratungen stattgefunden haben. Diekamp vertritt die These, dass selbst Justinian nicht davon ausging, dass er den Brief betr. der Verurteilung der origenistischen Lehren als Teil der oek. Synode betrachtete. In seinem Brief spricht er kein einziges Mal von einer Synode. Es sei deshalb nur folgerichtig, dass viele (spätere) Schriftsteller die Verurteilung der Origenisten mit Stillschweigen übergingen, zumal als erste Sitzung erst jene vom 5. Mai 553 bekannt ist. Auch der Umstand, dass sich Papst Vigilius die Akten betr. des Dreikapitelstreits zukommen liess, mag auch dazu beigetragen haben, dass im Abendlande zunächst von der Verurteilung der palästinensischen Mönche und der Erneuerung des Anathems über Origenes nichts bekannt wurde. Die allg. Verurteilung der Häretiker einschliesslich des Origenes im 11. Anathem würde – so Diekamp – zufolge der Unbestimmtheit nicht genügen, um von einem unfehlbaren Urteil zu sprechen, obwohl er einräumt, dass die gleichen Bischöfe an der Synode anwesend waren wie an der vorausgehenden Sitzung. Diese allgemein gehaltene Anathematisierung genüge indessen nicht, um sie den 15 Anathematismen gleichzusetzen. Abschliessend kann m. M. nach mit Diekamp trotz seiner Vorbehalte betr. der Unfehlbarkeit der Beschlüsse der 5. Synode grundsätzlich festgestellt werden, dass aufgrund des Ablaufs der Verhandlungen und der Zusammensetzung der Teilnehmer und unter Berücksichtigung des kaiserlichen Ediktes von 543, dem die Gesamtkirche zustimmte, die Reinkarnationslehre am 5. oek. Konzil als Lehrgehalt gestrichen und der Bann über Origenes erneuert wurde. Dies selbst dann, wenn auch die Sitzungen betr. die Origenistenfrage den (eigentlichen) synodalen Sitzungen vorgelagert wurden. Die Ausführungen zur Unfehlbarkeit betreffen lediglich eine kirchendogmatische Angelegenheit und ändern am Umstande nichts, dass in der Folge die REINKARNATIONSLEHRE in der abendländischen christlichen Lehre nicht mehr überliefert wurde. Diekamps diesbezügliche Feststellungen vermögen demnach nichts daran zu ändern, dass seit der Anathematisierung der Lehren der palästinensischen Mönche und der Erneuerung des Bannes über Origenes im Jahre 553 die Reinkarnationslehre in der christlichen Lehre zum Ersticken gebracht wurde.
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Claudia Zumtaugwald, Luzern, 2005
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Die Lehre des Origenes (Englisch)
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Teaching of Reincarnation and the 5th Council of 553 in Constantinopel
What is the point and why do established churches still tend to deny that the Teaching of Reincarnation has been eliminated from the context of faith at the fifth Council of 553 in Konstantinopel and in consequence to that it has been therefore a fact before that time?
Abstract
Gnostic groups knew about the teachings of Reincarnation, which was known in the orphic- phythagoraic tradition of Greece. The knowledge of Reincarnation was in the ancient times well known. Herodot found it with the Egyptiens and Vergil cited it in the Aeneis. Also in the antic North Africa, previous Asia and middle Asia, from Anatolia and Egypt up to Persia the knowledge of the transmigration of souls was generally known. The Catharer in the high middle age knew it as well and esoteric circles still keep to it . The reincarnation goes also back to the teachings of Origenes, which have haevily occupied the 5th and 6th century.
The question is: Was Origenes and his heresies judged on a sufficient basis and sufficient advices at the oecumenical Council of 553 in Constantinopel? Diekamp speaks that it is a difficult and worn question which he dares taking in hand. He refers to a document which has been previously available however never used for this purpose . Some directions prevail that the teachings of Reincarnation were already cancelled from the canon at the occasion of the first oecumenical Council of 325 in Constantinopel under Emperor Constantinopel, in which the creed has been determined.
The protocols of the eight sessions of the Council of Constantinopel in 553 do not talk about the sentence of Origenes. The 5th session occasionally mentions that Origenes was condemned by the present bishops. Therefore the logical consequence must be that the conferences of such bishops were related to the Emperor’s Edict of 543 against Origenes. In the 8th session he is mentioned together with other heretics and was condemned with the Anathem (excommunication) the 5th Council however did not deal with. To follow from this that there were sufficient conferencies goes too far.
The acts of the Council were first published in 1567 through Laurentius Surius. The wise of the middle age were sure of the condemnation of Origenes of Antiochien at the 5th Council. Since the new published protocols however did not have anything relating to the sentence of Origines a struggle amongst the wise has started.
Who was Origenes?
Origenes was an Alexandrinic teacher and is known to the christian doctrine as a controversial teacher of the church and father of the church. He was a scholar of the sophisticated philosoph Ammonius Saccas from India, also Ammonius the Saker named, and of Clemens of Alexandria (appr. 150 to 214). With Origenes a new phase of the Hellenisme of the christian doctrine has started at the beginning of the second century of which the main place was in the Catechetic School of Alexandria. Origenes taught the preexistence of the soul and the Apokatastasis, the denying of the eternality of hell punishements, whereas he was teaching the equalizing of man with the Christo after his death (through the Apokatastasis). His teachings were based on great philosophs such as Pythagoras, Plato and Plotin. There is saved only a small part of the scriptures of Origenes since a great part of his documents was destroyed following his teachings of the transmigration of the soul . The historian of church named Sokrates had sollemnized Origenes with overwhelming words. Diekamp speaks from a great master. The circles which have represented the Origenistic teachings in the 5th and 6th century were active namely in Palästina and Syria represented through four monks amongst which Leontius from Byzanz had an important role, who have adhered secretly to the teachings of Origenes. They have been dismissed from their monastery and have been sentenced on the topic Synode around the Patriarch Ephraim of Antiochia in 542.
The Origenistic Controversies
The Emperor Justinian has written several theological scriptures amongst which there is one important and that is the Liber adversus Origenem (the book against Origenes) which was addressed to the Patriarch Menes of Konstantinopel. It was written around the year 543. In this scripture Justinian has emphasized all heresies against Origenes and condemmed them in ten Anathems with the excommunication. The ten years later documentated 15 Anathematisma which have been protocolled from the 5th oecumenical Council of 553 correspond not only with the letter the Emperor Justinian has adressed to the bishops of the Council but agree also merely with the Anathematisma against Origenes the Emperor has added to this letter. In addition he has addressed a letter to a Synode against Origenes the date of which is controversial. Dr. Alivisatos makes a reference that the letter is more a supplementary document to the afore mentioned book (see however below that this letter is the same letter he has addressed to the bishops which have participated at the Council, Chapter Signs of an exhaustive treatment of the Origenistic Case ...).
The Origenistic controversies have lasted until the death in the year 407 of Saint Johan bishop of Constantinopel. Origenes was highly glorified but also slandered. The christological controversies predominated the theaters. In general the Origenisme was kept widely secretly. It was only in the sixth century that the Origenisme has come to new acknowledgement.
The Emperor’s Edict of 543
The Holy Sabas, abbot of a Laura (monastery) in Jerusalem was convoked by Justinian to Rome. He has taken one of these afore mentioned monks with. It was Leontius, who has participated at a discussion between the Orthodox and the Monophysites – a discussion which has been engaged personally by the Emperor himself – in which Leontius has acknowledged the teachings of Origenes. Sabas has dismissed Leontius as a response and has promised to the Emperor that he will extinguish the heresies of the Origenisme as much as the Arianisme (has not prevailed for the pre-existence of the soul). In the year 531 Sabas has returned with the demanded Emperor’s decrees. In the mandate of the bishop and the archbishop he has made a longer journey through Palästina in order to make known the decrees. After a short disease he died on the fifth of december in 532. After his death nearly all the monks have become Origenists of the new Laura.
Under the effective protection of the secret Origenists Domitian, bishop of Ankyra and the allmighty Theodorus Askidos, bishop of Cäsaräa, who resided both at the court of the Emperor, the Origenistic thing could develop in Palästina. At the Synode in Gaza at easter in 542 monks came also from Jerusalem with extracts from Origenes’ scriptures. They asked for condemnation of Origenes by the Emperor. The deacon of Pelagius has taken advantage of the case in front of the Emperor, also the Patriarch Menas of Constantinopel, both in the same motive because they were kept in jealousy against the omnipotence of Theodorus of Askidos. The Emperor Justinian has released in the following the Edict against Origenes at the Synode of the eastern church in 543 and condemned the chapters of Origenes with the excommunications. The bishops of Palästina were advised by Justinian to take part in the Edict and therefore it is to presume that all other Episcopates of the rest of the Patriarchates which were not yet infected by the Origenisme were willing to sign. It has come about that Origenes and his heresies were condemned by the entire church. Also Theodorus of Askidos and Domitian have signed the Edict. The Edict was published in February 543 in Jerusalem.
This Edict of the Emperor is one of the most important documents of the politics of Justinian. The Edict contains a didactic part and in addition to that the sentence. In the didactic part Justinian denies the teaching of the preexistence of the soul by referring to different parts of the holy scriptures. The part which contains the denying that the heaven, the sun, the moon and the stars and the water are lively and that they are certainly reasonable forces or creatures is shorter. The Origenistic denying that the hell punishments are not of eternal duration is heavily refutted.
The wording of the first, the second and the ninth and tenth Anathema is as follows:
1. If somebody thinks or says that the souls of man preexist, and that they have previously been ghosts or holy powers, and therefore have become satiated of the divine aspirations, and turned to the worse, and have become named souls, because the divine love has been frozen, and therefore have been sent into bodies, it is an Anathema
2. If somebody says and thinks that the soul of the Master has been preexisting and has been unified with God before the master has become a human individual and was given birth out of the virgin, so this is an Anathema
3. If somebody says or thinks the body of our Master Jesus has been formed in the body of our holy virgin and after that the God Logos and the preexisting soul have been unified with the body, so this is an Anathema
4. (ninth Anathema) If somebody says or thinks the punishments of the demons and of the divineless men are only of a temporary status and will have an end, in other words there will be an Apokatastasis of the demons and the divineless men, so this is an Anathema
5. (tenth Anathema) There shall be Anathema also to Origenes who’s name is also Adamantios, who has taught this, together with his atrocious and condemned and vicious dogmas, and there shall be Anathema also to each person who thinks this or defends this or dares in any way defend this!
On behalf of special circumstances and special undertakings of Theodorus Askidas the Origenistic monks were despite the Emperor’s Edict and their excommunications from the monasteries able to elaborate a good position in Palästina in the new Laura and to reenter practically in all the monasteries. Theodorus has now known the adversaries of the Origenists what has made him able to render them ineffective. The 5th Oecumenical Council of Constantinopel of 553
How has it come that the teachings of Origenes have again been condemned at the 5th Council of Constantinopel? __________________________________________________________________________
In the meantime Nonos (547) the main leader of the Origenists has died. After his death the Origenists separated into the Isochrists and the Protochrists. The dogmatic views which have separated the two fields are not entirely known. The Protochrists refused the teachings of the preexistence of the soul and have unified with the Orthodox, whereas the Isochrists kept to it. The teachings of the Apokatastasis was not mentioned when the Protochrists abjured the Origenistic teachings but it is very likely since they have given the Christ in the story of creation an exceptionel position.
In this oppression the Orthodox turned towards their Emperor. As their representant abbot Gelasius went in 546 to Rome, who however did not reach Rome, as Theodorus Askidos succeeded that he will not be welcomed. Gelasius died on the way back to Jerusalem. All eventualities have toppled over through this and at the place of Gelasius a new abbot Georgius an Origenist was nominated in February 547. Unfortunately he did not succeed. The new successor Kassian was named by the Emperor himself. He however died already on the 20th of July 548. Through these new eventualities the lyrian and abbot Kanon world famous for his Orthodox teachings has received a new position and he succeeded in bringing together the dispersed people of Sabas. Finally he and his associates passed over to the Emperor a little booklet (a libellus) a bill of complaint in which they disclosed all the atheistical attitudes of the Origenists. The 5th Council has been convoked already at this time! After the termination of the Council the Emperor has sent the acts to the responsible Patriarch Eustochios for Jerusalem which has not participated at the Synode since he has returned to Jerusalem because of the controversies of the Origenists in Jersualem. He was by the way recommended as Patriarch by Kanon and his associates and after that accepted by the Emperor, presumably in December 552. Eustichios has assembled all the bishops in Jerusalem. Except one who has been condemned later and was dying in an earthquake all the bishops have adopted the resolutions. For eight months Eustichios has fought for the acknowledgement through the monks until he has expelled them on behalf of an Emperor’s Edict in March 554. Through this act the monasterial societies have regained their long wished peace and the Origenisme could no longer yet since that time regain its original strength and greatness.
The Synodal Sentence against the Origenists
The Authenticity of the Hand Writings
The teachings of Origenes were sentenced at the seventh session in the 11th Anathem. The Council took place from 5th Mai to 8th June in eight sessions. Whether the sessions have been protocolised or not is uncertain.
There have been temptations to make believe that the excommunication of Origenes was a falsification. 1)Referring to the excommunication of Origenes it was prevailed that the name of Origenes was added since his name appeared as the last of the heretics in the 11th Anathem. 2)Then it was said that the Anathem against Origenes must have been in complet opposition of Theodoros Askidos’ deepest desires and could not have been forced against the will of this mighty man. 3)And finally one wanted to object that in a letter which was presumably written already in 551 the name of Origenes amongst the heretics to be condemned was not mentioned.
Against the last objection it is to explain that it is logical that first of all the other heretics had to be mentioned which should be condemned since Origenes was already sentenced by the Emperor’s Edict in 543. Referring to the second objection Theodorus' position was already too weaken since the Origenists have put on the throne in Jerusalem their own bishop Makarios and following this had to face great disturbances. The influence of Theodorus was therefore not that powerful that he could prevent the condemnation of Origenes. Referring to the last objection it was a natural path that following the complaints of the palästinian monks the sentence has been enlarged to Origenes himself also on behalf of a new letter of Justinian to the Synode.
Diekamp shows also by means of another way of explaining and proving why Origenes was sentenced again on the 5th Council. That is that he refers to the general Synode of Constantinopel in 681 in which it was investigated whether the letters of Pope Vigilius of Rome he gave to Justinian and Theodora were authentic or not. Pope Vigilius didn’t participate at the Council in 553 since he was against this Council as it was a very own thing of Emperor Justinian and Emperes Theodora. The results of the investigation were fixed in the 14th session of the Synode on 5th April 681. All the acts of the 5th Council were reviewed. The result ended up by confirming that all the hand writings which have been existing in several examples were genuine.
In addition to that Diekamp mentiones also that already at the Lateran Council in 649 the fourteen Anathemes of the 5th Synode were cited and that all the compared hand writings contained the appealled passages.
Signs of an exhaustive treatment of the Origenistic Case at the 5th Synode itself
The second letter which was against Origenes has to be the one which was addressed to the Synode and can’t be an addition to the Edict of 543 as some want to convince. The defendants who do not want that the reincarnation teaching has been condemned at the 5th Council are slightly seduced to make believe that the letter in case is an appendix to the Emperor's Edict of 543. Diekamp however shows that it must be the letter to the Synode since he compares the letter with the 15 Anathemes of the Council. He shows also that by comparing the Edict of 543 it must be the letter which was certainly addressed to the Synode of Constantinopel. Dr. Alvisatos however tends more that the letter is an Appendix to the Emperor’s Edict of 543. This cannot be as it is shown in the following when we follow the argumentation of Diekamp.
Diekamp refers to a thesis of Knecht which shows that the letter is almost in any point different from the Edict of 543. The Edict of 543 concerned predominantly the teachings of Origenes whereas the letter concerns the teachings and perceptions of certain monks in Jerusalem which have based their views on the philosophs Pythagoras, Plato and Plotin on which the teachers of Origenes have based their teachings themselves. The greater part of the later Anathemes is congruent with the letter. Just in four points there was a conformity with the Edict of 543. The supplementary Anathemes of 553 have to be related to the Libellus of the Orthodox respectively Protochrists‘ monks of Palästina which have presented themselves in 552 to the Emperor. The conformity is also given by the fact that the Anathemes directs towards the dogmas of the Isochrist monks of Palästina which have developed their dogmas only after 547. This point alone indicates that there is to set in between the letter and the Edict a certain time laps. Since the Isochrists have revivified the teachings of Origenes by way of developing their own ones this was a sign enough to recondemn the teachings of Origenes and his adherents. Origenes is especially - although just incidentally - mentioned when Justinian asks the bishops to condemn him and he is also classified by Justinian as being godless.
The following parts of the letter show that the letter again deals with the preexistence of the soul and the Apokatastasis which was a dominant part of Justinian’s Edict of 543. It shows, however, also the main differences with respect to the Edict of 543. That is that he speaks of the Origenistic monks of Jerusalem right at the beginning of this part who were adherents not only of Origenes‘ teachings but also of the other heathenish philosophs such as Phythagoras, Plotin and Platon while the Edict namely spoke of Origenes and his adherents. Justinian emphasizes then the teachings of the unification of all creatures as one with the Logos. This is however especially part of the afore mentioned philosophs‘ teachings. The teachings of the unification of all life were not part of the Edict of 543 and this is the major difference.
„The Origenistic monks of Jerusalem pretain that spiritual beings without number and name have formed through the unification of the identity of the substance, strength and efficacity with God Logos and through his cognition a unity. As they have become sufficient of the divine Love and the views and turned towards the worse they have been surrounded with finer and rougher bodies according to their grade of fall. Through this the differencies between angels, sun, moon, star, men and demons have been occured. There was only one who persisted in the love and perception of God; he has become the Christ, the King and Men. - There will be a complet extinguishing of the bodies. The Master himself will deposit his body, and all the others will do the same. All will return in the same .....and will become .... as they have been in the beginning of their preexistence. Even the devil and the demons will return into ....., the bad and godless men will enter not less than the divine and the God fulfilled persons and the heavenly migthies. They will receive the same unification with God that Christ had as well in the preexistence so that there won’t be any difference between Christ and the other intellectual beings nor in substance nor in perception nor in power and nor in efficacy“.
The opponents again tried not to associate this letter with Justinian since the letter was different in style. Diekamp denies this by showing that the ingress of the Edict and the ingress of the letter to the Synode are practically identical, the differnce of style is a logical consequence since he had the libellus as a draft.
Many later writers and wise talk about the fact that on the 5th Council the teaching of the preexistence of the soul has been condemned. It was already in 557 that Kyrillos of Skythopolis of Jerusalem announced that the 5th Synode has excommunicated Theodorus of Mopsuesta, as well as Origenes and also the teachings of Evagrios of Didymos on the preexistence of the soul and the Apokatastasis. An extremely important report is from Evagrios, who was at that time only 17 years old and for this a contemporan, a lawyer and historian on church and of strong Orthodox perception. It is supposed that he had the acts in front of him. On behalf of his Orthodox view he must have reported what he red and did not report something he did’t read. The opponents also tried to pretend that he has taken the Synode for the Edict. The Patriach Elogios from Alexandria (580 up to 680) writes: „and it was the blessed 5th Synode performed under Emperor Justinian against Origenes, Dydimos and Evagrios, the stupid ones, that babble that our souls preexisted the bodies in the heaven, and that the punishment which is eternal has an end. All this has been disavowed by the God inspired 5th Synode“. Diekamp investigates other testimonies of the 7th and the 8th century and the following centuries that shows that the excommunication of the teaching of the Reincarnation at the 5th oecumenical Council has been handed down to posterity. He also proved that the old writers have confounded the Synodes of 543 and 553. Summary:
The Emperor’s Edict has condemned Origenes and his heresies at the occasion of the Synode in January 543 under the Patriarch Menas of Constantinopel (Byzanz). All the Patriarchs and also the Pope Vigilius in Rome have affirmed the Edict and signed it. Therefore it is proved first that the entire Episcopate has disavowed all the heresies of Origenes which have been denominated by the Emperor and second that it has excommunicated Origenes himself. Diekamp means that this unanimously statement qualifies with respect to the teaching of faith as a definit, unfailing and in general compulsory judgement.Despite of the Edict the controversial discussions continued in Palästina. After the death of Nonos im 547 the Origenists divided into two groups that are the Isochrists and the Protochrists. The last allied with the Orthodox as the Isochrists have empowered their influence and also have attracted the attention of Justinian as they have risen to the bishop’s seat their choosen bishop Makarios which was an Origenist. All this happened in November or December 552. Half a year before this has happened the Emperor has convoked the Synode. The convocation was at a time when the question of the Origenists was not yet a subject of discussion. The letter Emperor Justinian had written and in which he has asked the bishops to condemn the heresies of the Palästinian monks and to accept the added Anathematism has therefore been taken place later. In this letter he asks especially to sentence the teachings of the Origenists in Palästina. Origenes is hardly mentioned although the Emperor also asks the excommunication of him. The bishops who have been invited to the Council have fulfilled their duty which was given by the Emperor. There is however not much known about the conferencies themselves. Following the reports of Evagrios the historian of church and lawyer it is to presume that the bishops were aware of the letter of Justinian with the 15 Anathematism and also of the booklet (libellus) on the Isochrists. The Pope Vigilius of Rome was not personally present at the Council since he was fighting against the rejection of the Three Chapter Teaching and felt that the Synode was a very own thing of Justinian. Following the sayings of Theodorus Askidas, and also of the ones of the historian of church and lawyer Evagrios he nevertheless has given previously his consentment to the sentence of the teachings of the Palästinian monks.Diekamp proposes that the conferencies referring to the excommunications of the heresies of Origenes have been taken place before the Council was opened on the 5th of May 553 but not earlier than march 553. The fact that in the 11th Anathem Origenes was sentenced shows that there have been conferencies in between. Diekamp also proves or at least sets as a thesis that even Justinian did not consider the letter against Origenes as a part of the oecumenical Synode. In his letter he doesn’t speak not in one word of the Synode. It is therefore a logical consequence that the later writers did overgo in silence the sentence of Origenes, this also because of the fact that as the first session is known only the one of 5th of may 553. Also the fact that Pope Vigilius has asked for the acts relating to the Three Chapter Quarrell may have added to the fact that primarily in the western world the resentence of Origenes and his heresies and the excommunications of the Palästinian monks has not become known.The general sentence of the heretics including Origenes himself in the 11th Anathem is according Diekamp because of its indefiniteness not sufficient in order to talk from an unfaillible sentence although he admits that the same bishops who have been present at the Synode were assisting at the previous session before the Synode itself has taken place. This generally contained Anathematism must be therefore unsufficient in order to equalize it with the rest of the Anathematism. It is despite of the reservation of Diekamp in reference of the infaillibility of the sentence to conclude – according to my opinion – that following the ongoing of the conferencies and the composition of the participants of the Synode and also under consideration of the Edict in 543 which has been adopted by the entire church – the Teaching of the Reincarnation has been eliminated at the fifth Council and the excommunication of Origenes has been renewed, even then when the conferencies referring to the Origenistic thing were put before the beginning of the Synode. The explanations relating to the infaillibility of the sentence are rather a dogmatic question than a questionning of the facts. They do not change the fact that after the Council the teaching of Reincarnation in the Occidental christian teaching were no longer delivered. The statements of Diekamp may not change anything with respect to the fact that the Anathematism of the teachings of the Palästinian monks and the renewal of the excommunication of Origenes in 553 has brought to suffocation the Teaching of Reincarnation.
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Schnuppertage
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